Steirische JoWooD schließt zwei Standorte
Der an der Wiener Börse notierte steirische Computerspieleentwickler JoWooD schließt den Entwicklungsstandort Ebensee und die deutsche Entwicklungstochter Wings Simulations in Hattingen.
Davon betroffen sind etwa 30 der insgesamt 100 in der Entwicklung beschäftigten Mitarbeiter, wie JoWooD am Mittwoch ad-hoc mitteilte. Damit bleiben von fünf Entwicklungseinheiten nur noch drei über.
Gegenüber dem "Wirtschaftsblatt" hatte der neue JoWooD-Vorstandschef Albert Seidl zuvor angegeben, dass neben dem Studio im oberösterreichischen Ebensee in Deutschland ein Standort in Offenbach von der Schließung betroffen sei.
Die Vertriebsdefizite des Jahres 2004 machten eine stärkere Fokussierung auf die Strategie, in deren Mittelpunkt Strategie-, Simulations- und Rollenspiele stehen, vorsieht, hieß es weiter.
Mitte Dezember war der gesamte Aufsichtsrat nach Differenzen mit dem Vorstand überraschend zurück getreten. In Folge davon war Firmengründer und Vorstand Andreas Tobler auf Druck des neuen Aufsichtsrats zurückgetreten.
JoWooD-Gründer Tobler verlässt VorstandAuch im Vertrieb sieht Seidl laut Bericht noch Einsparungspotenzial, Unterstützung soll dazu vom Aufsichtsrat kommen. "Die beiden Aufsichtsräte Andreas Rudas und Wolfgang Meusburger und ich werden beim Vertrieb als Kerngruppe tätig sein."
Rudas soll "durch sein Netzwerk" Zugang zu bisher verschlossenen Märkten schaffen, während Meusburger seine Erfahrung als Retail-Manager einbringe. Speziell Schwächen bei der Zweit- und Drittvermarktung will Seidl beseitigen.
JoWooD - 2002 knapp an der Insolvenz vorbeigeschrammt - hatte kürzlich überraschend eine Umsatz- und Gewinnwarnung für 2004 abgegeben. Das Potenzial der Spielepipeline wurde zuletzt mit "40 Mio. Euro Umsatz und mehr" beziffert.
Für 2004 hatte JoWooD die Umsatzprognose von zuvor 22 bis 25 auf 21 Mio. Euro zurück geschraubt.
