20.01.2005

PRIVATISIERUNG

Telekom Montenegro nicht fix vergeben

Die ungarische Matav, die bereits für Exklusivverhandlungen über die mehrheitliche Übernahme der Telekom Montenegro ausgewählt wurde, könnte bei der Privatisierung der staatlichen Telefongesellschaft doch noch leer ausgehen.

Nach Auskunft der Tenderkommission wäre das der Fall, wenn die ungarische Tochter der Deutschen Telekom nicht bereit sein sollte, den angebotenen Kaufpreis von 114 Mio. Euro für 51,12 Prozent der Anteile sofort zu bezahlen, schreibt die in Podgorica erscheinende Tageszeitung "Vijesti" am Donnerstag.

Die Matav werde sich in den bevorstehenden Abschlussverhandlungen auch dazu verpflichten müssen, in den kommenden fünf Jahren keine Kündigungen bei der Telekom Montenegro [Telekom Crne Gore] vorzunehmen, berichtet das Blatt. Die Ungarn hatten zusätzlich zum Kaufpreis von 114 Mio. Euro auch 67,288 Mio. Euro für ein fünfjähriges Investitionsprogramm in Aussicht gestellt.

Weitere 51 Mio. Euro wurden den Kleinaktionären für die in ihrem Besitz befindlichen knapp 49 Prozent der Aktien angeboten.

Mobilkom-Chef Boris Nemsic erklärte am Donnerstag, dass man zwar nicht der Bestbieter sei, aber die Hoffnung auf eine Übernahme der Telekom Montenegro noch nicht aufgegeben habe.

Das Angebot der Mobilkom im Rahmen der Osteuropa-Expansion des Unternehmens belief sich auf 87 Mio. Euro für das Aktienpaket und 86,978 Mio. Euro für Investitionen sowie zusätzlich 28 Mio. Euro für weitere 20 Prozent an der Telekom Montenegro.

Den zweiten Platz auf der Rangliste nach der Matav belegte die Telekom Slowenien mit einem Gebot von 93 Mio. Euro für den Mehrheitsanteil, Angaben zum geplanten Investitionsprogramm wurden allerdings nicht gemacht. Auf dem dritten Platz liegt die Telekom Serbien mit einem Gebot von 88 Mio. Euro für das Aktienpaket und 69,380 Mio. Euro für Investitionen.