Mobilkom verliert Telekom Montenegro
Die Telekom Austria [TA] ist mit ihrer Mobilfunktochter mobilkom austria beim anstehenden Mehrheitsverkauf der montenegrinischen Telekom aus dem Rennen.
Die ungarische Matav, eine Tochter der Deutschen Telekom, hat die größten Chancen, den Mehrheitsanteil zu erwerben, während die mobilkom nur auf dem vierten Platz gelandet ist.
Dies geht aus der Rangliste der Bieter hervor, die der Privatisierungsrat und die Bieterkommission für den Verkauf des 51,12-prozentigen Aktienpakets des montenegrinischen Telekombetreibers am Mittwoch veröffentlicht hat.
Mit der ungarischen Matav sollen nun Exklusivverhandlungen aufgenommen werden. Eine endgültige Entscheidung über den Verkauf vom Mehrheitspaket liegt beim Privatisierungsrat.
Matav will Telekom Montenegro übernehmenNemsic wollte weiterbieten
Matav hat 114 Mio. Euro für den Mehrheitsanteil und 67,288 Mio. Euro für ein fünfjähriges Investitionsprogramm geboten. Zusätzlich bot Matav weitere 51 Mio. Euro für den Erwerb der restlichen rund 49 Prozent von Aktien, die im Besitz der kleineren Aktionäre stehen.
Das Angebot der mobilkom im Rahmen der Osteuropa-Expansion des Unternehmens belief sich auf 87 Mio. Euro für das Aktienpaket und 86,978 Mio. Euro für Investitionen sowie zusätzlich 28 Mio. Euro für weitere 20 Prozent an der Telekom Montenegro.
"Wir wollten einen Teil der Telekom Montenegro zum Vorteil des dortigen Kapitalmarktes an der Börse belassen, daher haben wir unserer Meinung nach das nachhaltigere Angebot als die Matav gelegt", hieß es aus der mobilkom. Rechne man das für rund 70 Prozent an der Telekom Montenegro gelegte Angebot für rund 70 Prozent auf 100 Prozent hoch, komme man auf eine ähnliche Summe, die auch die Matav für 100 Prozent geboten habe.
Aufsichtsratskreisen zufolge herrscht in der mobilkom allerdings Unmut darüber, dass das Telekom Austria-Management gegen den Willen von mobilkom-Vorstand Boris Nemsic nicht mehr für das strategisch interessante Unternehmen in Serbien-Montenegro bieten wollte.
