Eine Bilder-Suchmaschine für Fotohandys
Der Software-Entwickler Hartmut Neven sieht in der steigenden Verbreitung von Kamerahandys eine Möglichkeit, das Ergebnis seiner jahrelangen Arbeit in die Taschen der Endkonsumenten zu bringen.
Neven, Leiter des Labors für Mensch-Maschinen-Interfaces am Information Sciences Institute in Südkalifornien hat eine Bild-Erkennungs-Software entwickelt, die für Handy-Chips optimiert wurde.
Seine Technologie, die über das Start-up Neven Vision verkauft wird, wird bereits für MMS-Services von Vodafone Japan und NTT DoCoMo eingesetzt, bei denen Spezial-Effekte über Handyfotos und -videos gelegt werden können.
Auch die Polizei von Los Angeles testet derzeit ein Gesichtserkennungssystem des Herstellers, mit dem Verdächtige vor Ort fotografiert und mit den Bildern der integrierten Datenbank verglichen.
Die Software nutzt laut seinem Entwickler Hartmut Neven einen Algorithmus, um die verschiedenen Teile des Gesichts in komplexe mathematische Muster zu übersetzen, die dann in eindeutige Nummernkombinationen übertragen werden.
Mobile Gesichtserkennung für LA-CopsVision vom "visuellen Google"
Nevens Vision für die Zukunft ist es jedoch ein solches System für die breite Öffentlickeit zu entwickeln, er bezeichnet es als "visuelles Google".
Per Kamerahandy wird dabei ein Bild von einem Objekt gemacht, über das man nähere Informationen erhalten möchte. Das Bild wird an die Neven Vision-Server gesendet und kurz darauf erhält man weiterführende Informationen oder Links zugeschickt.
Die möglichen Anwendungsbeispiele sind breit gestreut. So könnte man etwa mehr Informationen zum Bild eines Gemäldes, eine Empfehlung zum Bild eines Restaurants, oder etwa einen Stadtplan zu einem Bild einer Gegend, in der man sich verlaufen hat, erhalten.
Ein rentables Geschäftsfeld wäre wohl auch eine Produktdatenbank, von der man mit Preisvergleichen und detaillierten Informationen versorgt wird, wenn man etwa unterwegs ein Foto von einem neuen BMW-Modell macht.
Neven Vision Object RecognitionProduktsuche wäre rentabel
Für solch ein breitgefächertes Angebot braucht man natürlich eine massive Datenbank mit den unterschiedlichsten Objekten.
Deshalb soll das Angebot Stück für Stück ausgebaut werden. Für den Anfang sei etwa ein Kino-Guide relativ leicht anzulegen. Sieht man irgendwo eine Plakatwerbung zu einem Film, macht man ein Foto davon, schickt es ein und erhält Kritik und Spielplan zugesandt.
Neven will bis Ende des Jahres eine marktreife Version seines Systems fertigstellen. Auf ein ausgeklügeltes "visuelles Google" wird man wohl noch länger warten müssen.
