04.01.2005

SPACETOURIST

Erste Details zu "SpaceShipTwo"

Anfang Oktober 2004 katapultierte der erste private Weltraumflug in der kalifornischen Mojave-Wüste die bemannte Raumfahrt in eine neue Ära, die es demnächst jedermann ermöglichen soll, für zumindest wenige Minuten ins All zu fliegen.

Die Entwicklerfirma Scaled Composites des erfolgreichen Raketenflugzeugs "SpaceShipOne" arbeitet nun unter Hochdruck am Nachfolgermodell.

Während im ersten Fluggerät nur der Pilot Platz fand, sollen im "SpaceShipTwo" [SS2] insgesamt acht bis neun Passagiere untergebracht werden.

Erster Abnehmer für die zweite SpaceShip-Generation ist Virgin-Boss Richard Branson, der gleich eine ganze Flotte bestellt hat.

Höher, daher länger schwerelos

Optisch wird die Weiterentwicklug nichts mehr mit dem Basismodell gemein haben, da die Stabilität der Flügel korrigiert werden muss.

Bei der Namensgebung will man sich bei Virgin an "Star Trek" orientieren, das erste Schiff soll voraussichtlich "VSS Enterprise", das zweite "VSS Voyager" getauft werden.

Das Innere wird luxuriös gestaltet, schließlich sollen die Insassen für ihre etwa 200.000 Dollar Ticketkosten auch allen Komfort bekommen. Die Kabine des SS2 soll einen ähnlich großzügigen Durchmesser wie der Langstrecken Business Jet Gulfstream V aufweisen, der 1,9 Meter hoch und 2,2 Meter breit ist.

Neben der nötigen Beinfreiheit sollen sich die Sitze vollständig zurückklappen lassen, sodass auch ältere Passagiere die erwartete sechsfache Erdanziehungskraft beim Start bequem aushalten können.

Die Beschleunigungskräfte sind diesmal höher als im SpaceShipOne, da SS2 eine maximale Höhe von bis zu 140 Kilometer erreichen soll.

Freies Schweben im Schiffsbauch

Um die Schwerelosigkeit auch wirklich genießen zu können, sollen statt herkömmlicher Gurte, Einstiegsbügel wie in Hochschaubauhnen zum Einsatz kommen. Diese sollen bei Erreichen der Schwerelosigkeit für ein freies Schweben im Schiffsbauch geöffnet werden.

Entlang von Haltegriffen sollen sich die Schwerelosen dann ans Fenster hanteln oder ihre eigenen mitgebrachten Experimente durchführen können.

"Wir wollen sowenig Einschränkungen wie möglich, jeder soll auf seine Weise Spaß haben können," so der SS2-Entwickler Burt Rutan. "Und wenn jemand das ganze Schiff für sich und seine Freundin allein haben will, ist das auch kein Problem."

Jedes der fünf Virgin-Raketenflugzeuge soll ab 2007 jährlich bis zu 3.000 zahlungskräftige Passagiere in den suborbitalen Raum bringen.