Ansturm auf Virgin-Weltraumflüge
Angetrieben von dem Wunsch, in den Weltraum zu reisen, strömen die Internet-Nutzer derzeit in Scharen auf die Website von Virgin Galactic, der Weltraum-Reiseangentur von Virgin-Boss Richard Branson.
Insgesamt 7,5 Millionen All-Interessierte haben der Website seit ihrem Start vor zwei Wochen einen Besuch abgestattet.
3.500 dieser Besucher sind konkret kaufinteressiert, sie würden sofort bei Verfügbarkeit der ersten Touristenflüge in die Schwerelosigkeit eine Anzahlung leisten, so Virgin-Sprecher Will Whitehorn.
"Die Nachfrage ist außergewöhnlich hoch, allein auf der Website haben doppelt so viele Leute vorbeigeschaut, wie wir erwartet haben."
Virgin GalacticErstmals zweifacher Privatflug in den Orbit
Beim zweiten Rekordversuch innerhalb einer Woche flog
"SpaceShipOne" Anfang Oktober in eine Höhe von 112 Kilometern bis an
den Rand des Orbits. Das Team streifte damit das Preisgeld von zehn
Millionen Dollar ein.
"SpaceShipOne" schreibt GeschichteAuch Captain Kirk will ins All
Besonders hartnäckige Weltraum-Aspiranten kamen gleich mit unterschriebenen Schecks in das Londoner Büro des künftigen Reiseveranstalters.
Die Kosten für einen zweistündigen Flug inklusive fünf Minuten Schwerelosigkeit werden bei etwa 190.000 Dollar liegen.
"185 Leute haben bisher unser Büro gleich persönlich gestürmt. Darunter war auch Trevor Beattie, Creative Director der Werbeagentur TBWA. Ich musste ihm aber erklären, dass wir noch keine Schecks annehmen, und ihn wieder nach Hause schicken," so Whitehorn.
Auch andere Berühmtheiten zieht es ins All. Der frühere Kiss-Sänger Gene Simmons findet sich darunter, und auch der berufsmäßige Space-Profi William Shatner [Captain Kirk aus "Star Trek Enterpise"] will einer der ersten Weltraum-Touristen sein.
Erste Flüge 2007
Branson will ab 2007 die ersten Weltraumtouristen in den Orbit
befördern. Statt von einer Abschussrampe werden die
Virgin-Weltraumgleiter von einer Landebahn aus ins All starten.
Derzeit werden die nötigen Passagierflugkörper gefertigt.
Virgin will Weltraumtourismus ankurbelnMeist Männer und aus den USA
"78 Prozent der Interessenten kommen aus den USA, der Rest teilt sich auf England, Deutschland, Japan und Australien auf", verrät Whitehorn. "Was das Geschlecht betrifft, kommen die Anfragen zu 58 Prozent von Männern."
Die Weltraum-Fans sind quer über alle Altersschichten verteilt, die Spanne reicht von 20 bis 60 Jahren.
Für die Reise muss der Passagier in bester gesundheitlicher Verfassung sein. Dafür ist eine sechstägige medizinische Vorbereitung, teilweise am Simulator, vorgesehen.
Längerfristig soll beim Ausflug ins All auch ein Zimmer mit Aussicht auf die Erde mitgebucht werden können.
