Video-Blogs von der Flutkatastrophe
Tsunami-Videos von Amateurfilmern lassen Besucherzahlen von Blogs rasant ansteigen.
Die im vergangenen Jahr vor allem wegen dem Irak-Krieg und der US-Präsidentschaftswahl populär gewordenen Weblogs ziehen mit Amateuraufnahmen der Flutwelle das Interesse tausender User auf sich, berichtet das Wall Street Journal am Montag.
Die Flutkatastrophe könnte die Initialzündung für das Blogging von Videos sein, auch ein Kunstwort steht bereits parat: Vlogging. Im Netz sind Amateuraufnahmen schneller und in größerer Zahl zu finden als im Fernsehen.
Urheberrecht egal
Über den Daumen gepeilt sei die Regel für die Veröffentlichung
eines Videos schlicht die Angabe der Quelle und der
nicht-kommerzielle Charakter des Vlogging, so das WSJ. Vlogger
kümmern sich daher nicht um Rechte an den von ihnen ins Internet
gestellten Inhalte. Sie verlinken ihre Blogs mit anderen Websites
oder ziehen die Videos von Medienseiten und anderen Blogs herunter
und bieten sie selbst an.
Tsunami-Blogs: Infos aus erster HandSchneller als TV
Dadurch sind sie viel schneller als beispielsweise das Fernsehen, das zuerst die Rechte klären muss.
Die Tsunami-Videos erhöhen die Zugriffszahlen auf die Websites der Vlogger meist beträchtlich, so das WSJ. So habe das Weblog jlgolson.blogspot.com üblicherweise etwa zehn Besucher pro Tag gehabt. Seit das Video von Kamala Beach auf der Website steht, explodierte der Traffic auf 640.000 in wenigen Tagen, so das WSJ.
Auch die eigens für Tsunami-Videos geschaffene australische Website WaveofDestruction.org verbuchte laut WSJ alleine von Mittwoch bis Sonntag über 680.000 Unique Visitors. Da die Bandbreite der Websites dadurch deutlich steigt, ist es durchaus möglich, dass Vloggern unerwartet eine zusätzliche Rechnung ihrer Provider bevorsteht.
