Roboter auf dem Weg zur Autonomie
Chris Melhuish und John Greenman von der University of the West of England in Bristol haben ihre mikrobischen Brennstoffzellen derart erweitert, dass ihr "Ecobot II" mit Fliegen oder verfaultem Obst als "Futter" seine benötigte Energie selbstständig erzeugen kann.
Damit könnten in Zukunft Roboter als Fliegen- und Gelsenfänger fingieren und die daraus gewonnene Energie dazu nützen, um sich im Haushalt beispielsweise als Staubsaugerbot nützlich zu machen.
Derzeit ist Ecobot II allerdings noch kein Anwärter auf einen Geschwindigkeitsrekord. Mit acht Fliegen schafft er gerade die Spitzengeschwindigkeit von zwei bis vier Zentimetern in 15 Minuten.
Den Magen des Bots bilden acht Brennstoffzellen, in denen Bakterien unter Sauerstoffzufuhr die Fliegen in Elektrizität umwandeln und damit sozusagen verdauen.
Ecobot IIZwar können die mikrobischen Brennstoffzellen auch konstant Energie liefern, derzeit braucht der Bot allerdings immer wieder Pausen zum Energiesammeln. Die maximale elektrische Spannung, die eine solche Brennstoffzelle derzeit erzeugen kann, liegt derzeit bei 0,8 Volt.
Essensreste treiben Haushaltsgeräte an"Brennstoff" vom Dach
Mit neu entdeckten oder genetisch modifizierten Bakterien könne die Energieausbeute in Zukunft aber vielleicht erhöht werden, so Swades K. Chaudhuri von der Universität von Massachusetts.
Weitaus leistungsfähiger sind da schon Brennstoffzellen, die mit Wasserstoff oder Methanol betrieben werden. Letztere sollen wegen der höheren Betriebssicherheit vor allem in Notebooks und Handys Anwendung finden.
Zumindest der Wasserstoff könnte in Zukunft einfach auf dem Dach erzeugt werden und als "Tankstelle" für Bots dienen - der mit dem bei der Nutzung des Wasserstoffs entstehenden Wasserdampf dann vielleicht die Fenster oder das Auto putzt.
Die britische Firma Hydrogen Solar hat eine so genannte Tandemzelle entwickelt, bei der zwei Solarzellen das gesamte Licht-Spektrum aus den Sonnenstrahlen einfangen. Das dabei entstehende elektrische Potential spaltet Wasser in einem Elektrolyt und erzeugt so Wasserstoff.
Das Hausdach wird zur "Tankstelle"Optional könnten auch dünne Solarzellen die Energie für die Roboter liefern.
Spinat liefert Energie für LaptopUS-Militär will autonome Bots
Der größte Investor in autonome Roboter ist bekanntlich das US-Militär, das im Frühjahr einen entsprechenden Wettbewerb in der Mojave-Wüste in Kalifornien durchführte.
Allerdings setzt das US-Verteidigungsministeriums dabei weniger auf praktischen Nutzen für den Haushalt oder sonstige den Alltag entlastende Tätigkeiten, sondern will in naher Zukunft möglichst viele Soldaten durch autonome Maschinen ersetzen. Bis 2015 soll ein Drittel der US-Militärfahrzeuge ohne Fahrer auskommen.
Keines der 13 qualifizierten Roboterfahrzeuge schaffte im Frühjahr jedoch mehr als zwölf Kilometer der rund 229 Kilometer langen Strecke. Für das nächste Rennen im Oktober 2005 werden dennoch bis zu 500 Anmeldungen erwartet.
Zwar können sich Roboter wie Sonys "Qrio" oder Hondas "Asimo" bereits relativ gut und behende fortbewegen und werden mittlerweile von der Haushaltshilfe bis hin zum Entschärfen von Minen eingesetzt, von Intelligenz ist bei diesen Maschinen bis dato jedoch nur wenig zu bemerken.
Der lange Weg zum denkenden Roboter
