Oracle gewinnt Schlacht um PeopleSoft
Nach einer 18-monatigen Übernahmeschlacht mit Zuckerbrot und Peitsche hat Oracle-Chef Larry Ellison nun seinen größten Coup gelandet.
Nach langem Hin und Her hat der PeopleSoft-Verwaltungsrat der Übernahme durch Oracle für rund 10,3 Mrd. Dollar zugestimmt.
Es sei eine definitive Vereinbarung unterzeichnet worden, teilte Oracle mit. PeopleSoft hatte sich in den letzten eineinhalb Jahren mit aller Kraft gegen die Übernahme gewehrt.
Der Preis für die PeopleSoft-Übernahme beträgt umgerechnet 26,50 Dollar je Aktie. Die Übernahme soll Anfang Jänner abgeschlossen werden.
PeopleSoft soll flott zum Gewinn beitragen
Im vierten Quartal soll PeopleSoft bereits einen Cent zum
Oracle-Gewinn pro Aktie beitragen, im Geschäftsjahr 2006 insgesamt
acht Cent.
PeopleSoft-Entscheidung verschobenOracle "profitabel wie noch nie"
Im zweiten Quartal hat Oracle gemäß weiteren Angaben seinen Gewinn kräftig gesteigert. Der Gewinn wuchs um 32 Prozent auf 815 Mio. Dollar. Der Umsatz erhöhte sich um 10 Prozent auf 2,76 Mrd. Dollar.
Oracle sei so profitabel wie noch nie, sagte Oracle-Finanzchef Harry You.
Jetzt rückt Oracle näher zum nach wie vor unumstrittenen Branchenführer bei Unternehmensoftware SAP auf.
SAP hat im vergangenen Jahr sieben Mrd. Euro umgesetzt und einen Rekordgewinn von 1,1 Mrd. Euro verbucht. Das Unternehmen hat im Markt für Unternehmenssoftware nach Darstellung der US-Wirtschaftsagentur "Bloomberg" einen Marktanteil von 39 Prozent, während Oracle und PeopleSoft gemeinsam auf 25 Prozent kommen werden.
PeopleSoft hatte nach dem Kauf des mittelgroßen Konkurrenten J.D. Edwards für 1,8 Mrd. Dollar Oracle vom zweiten auf den dritten Platz in der Unternehmensoftware-Liga verdrängt. Oracle machte bisher aber rund 80 Prozent seines Umsatzes mit Datenbanken und nur ein Viertel mit Anwendungssoftware für Unternehmen.
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