Neuanlauf für IT-Reform der Bundeswehr
Das Industrie-Konsortium aus Deutscher Telekom, IBM und Siemens [TIS] will seine Offerte für den milliardenschweren Auftrag zur Modernisierung der Informationstechnologie bei der deutschen Bundeswehr nachbessern.
"Das Konsortium hat sich dem Kunden gegenüber dahingehend geäußert, dass unser bestehendes Angebot überarbeitet wird", so ein Sprecher von Siemens. Grundsätzlich habe man sich geeinigt.
Die bei TIS zusammen arbeitenden Firmen hielten ein erfolgreiches Abschneiden für möglich. Die überarbeitete Offerte solle im Laufe des Februars 2005 abgegeben werden. IBM in Stuttgart äußerte sich entsprechend, ein Telekom-Sprecher lehnte eine Stellungnahme ab.
Der Siemens-Sprecher sagte, TIS werde bei seiner überarbeiteten Offerte vor allem auf die inzwischen veränderten technologischen Möglichkeiten eingehen.
Wegen eines höheren Preises war TIS ursprünglich der konkurrierenden Bietergruppe Isic-21 unterlegen, die aus dem europäischen Luft- und Raumfahrtkonzern EADS, der Mobilfunkfirma Mobilcom und dem US-IT-Spezialist CSC Ploenzke bestand. Anfang Juli scheiterten aber die Gespräche zwischen dem deutschen Verteidigungsministerium und Isic-21 an Finanzierungsfragen.
IT-Reform des deutschen Heeres vertagtHarmonisierung der Systeme
Nach dem Scheitern der Verhandlungen mit Isic-21 kam TIS wieder ins Rennen. Offen blieb damals zunächst der Zeitplan für das weitere Vorgehen. Bis zuletzt hieß es, die Sondierungsgespräche dauerten an.
Das Projekt unter dem Arbeitstitel "Herkules" soll zahlreiche, inkompatible Telefon- und Kommunikationssysteme des deutschen Heeres harmonisieren und auf eine IT-Gesellschaft übertragen, an der der Bund knapp und private Firmen etwas mehr als die Hälfte der Anteile halten sollen.
Bislang arbeitet die Bundeswehr mit Insellösungen aus nicht vernetzbaren Telefon-, Funk- und Computersystemen. Für das Projekt sind 6,65 Milliarden Euro über zehn Jahre veranschlagt.
