IT-Reform des deutschen Heeres vertagt
Das größte Reformprojekt der deutschen Bundeswehr, die Modernisierung der Informationstechnik, ist trotz jahrelanger Bemühungen auch zum vereinbarten Termin am Mittwoch nicht unter Dach und Fach gekommen.
Allerdings wurden die Verhandlungen mit dem Firmenkonsortium Isic 21 über das 6,5 Milliarden Euro teure Vorhaben "Herkules" entgegen der Ankündigung nicht für gescheitert erklärt. Es sei ein erneuter Gesprächstermin auf höchster Ebene für diese Woche vereinbart worden, hieß es aus dem Verteidigungsministerium.
Verhandlungen laufen seit zwei Jahren
Ursprünglich wollte die Bundeswehr die Verhandlungen platzen
lassen, wenn es vor Juli nicht zum Abschluss kommt. Die Gespräche
über die Privatisierung und Modernisierung der nicht zu den
Waffensystemen gehörenden Kommunikationstechnik laufen bereits seit
zwei Jahren und hätten bereits im März abgeschlossen sein sollen.
Bundesheer testet VideotelefonieHauptstreitpunkt ist das Preis-Leistungsverhältnis. Dem Konsortium wird unter anderem vorgeworfen, beim Auswahlverfahren mehr Angebote als die Konkurrenz gemacht, aber nicht eingehalten zu haben.
Scheitern die Verhandlungen mit Isic 21 - dazu gehören die IT-Firma CSC Ploenske, der Rüstungskonzern EADS und mobilcom - will sich die Bundeswehr an das damals abgelehnte Konsortium von Siemens, Deutscher Telekom und IBM wenden.
Die Streitkräfte sollen mit neuer Hard- und Software ausgerüstet und die Technik von Heer, Luftwaffe und Marine vernetzt werden. Dabei werden 300.000 Telefonanschlüsse und 100.000 Computer überarbeitet.
