27.11.2004

MITHÖRER

Audio-Überwachung in Chicago

Schon jetzt ist Chicago mit 2.250 Überwachungskameras eine der am besten observierten US-Städte.

Nun setzt die Polizei zusätzlich auf die Audio-Überwachung ihrer Einwohner.

An über 80 Punkten der Stadt werden bis Jahresende so genannte "Schuss-Detektoren" angebracht, die jeden Schusswechsel am Knallgeräusch erkennen und sofort die Polizei informieren sollen.

Über eine zusätzliche Videokamera kann die Gegend bis zum Eintreffen der Beamten im Auge behalten werden.

Erkennt und ortet Schusswechsel

Montiert werden die Audio-Detektoren, die ein Mikrofon und Software zur Sound-Analyse beinhalten, vorzugsweise an Telefonmasten in "gefährlicheren Gegenden" der Stadt. Die Geräte sind alle mit einem Kontrollzentrum vernetzt, in dem Sicherheitskräfte die Situation beobachten und im Bedarfsfall alarmiert werden.

Wahlweise können die Detektoren-Kästen schusssicher gemacht oder zur Abschreckung besonders gekennzeichnet [etwa mit Blaulicht] werden.

Empfängt der Detektor ein lautes Geräusch im Umkreis von zwei Blocks, zeichnet das Mikrofon den Sound auf und reicht es zur Sound-Analyse weiter. Das eingesetzt Programm der US-Firma Safety Dynamics eruiert dann, ob es sich um einen Schuss gehandelt haben kann.

War es ein Schuss, wird anschließend mittels Vergleich der Aufzeichnung mit anderen Mikrofonen in der Nähe die Richtung aus der das Knallen gekommen ist berechnet.

Polizei begeistert

Polizeibeamte, die in ihrer Stadt über ein Netz an Schussdetektoren verfügen, waren anfangs überrascht, wie oft eigentlich Waffen in ihren Städten abgefeuert werden.

Doch das neue System, so ist man bei der Polizei überzeugt, hat die Zahl der Schusswechsel deutlich verringert.

"Es ist äußerst effektiv, wenn wir an einem Tatort auftauchen und die Leute verwundert fragen 'Woher habt ihr das nur gewusst?'" so Chris Rasmussen von der Redwood City Police.