Neuer Impuls für Internet-Telefonie in USA
SBC Communications, der zweitgrößte lokale Telekombetreiber der USA, steigt auf breiter Front in das Geschäft mit Internettelefonie [Voice over IP - VoIP] ein.
Wie der Konzern, der vor allem im Südwesten der USA aktiv ist, mitteilte, sollen VoIP-Services im nächsten Jahr besonders jenen Kunden angeboten werden, die zwar einen Breitband-Anschluss in den eigenen vier Wänden haben, die klassische Festnetzverbindung aber aufgegeben haben.
Vor dem texanischen Unternehmen haben bereits zwei andere "Baby Bells", nämlich Verizon Communications und Qwest, den Launch von VoIP-Services vollzogen bzw. angekündigt. SBC möchte mit seinem Angebot, das seit vergangenem Monat als Test in Los Angeles, Dallas, Chicago und San Antonio läuft, besonders die "Cord Cutters" anvisieren.
User mit Festnetz-Verweigerung
Dabei handelt es sich um User, die das traditionelle
Festnetztelefon aufgegeben haben, aber im Durchschnitt sowohl ein
Handy als auch im Haushalt einen Breitband-Anschluss haben. "Diese
Leute sind am Festnetz nicht interessiert. Wenn sie also schon
gehen, so wollen wir sie zumindest als Provider für
Internet-Services als Kunden behalten", sagte SBC-Sprecher Sue
McCain.
Entscheidung über US-Netztelefonie gefallenZehn Mio. VoIP-Anschlüsse bis 2009
Die traditionellen Telekom-Konzerne kommen seit Jahren von zwei Seiten unter Druck. Einerseits nimmt in den USA die Zahl der Nur-Handytelefonierer zu - etwa zwölf Prozent der Konsumenten telefonieren ausschließlich mobil, berichtet der Branchendienst Cnet. Darüber hinaus knabbern Kabelgesellschaften und VoIP-Startups mit ihren Internet-Telefonieangeboten heftig an den Marktanteilen der Etablierten.
Der Einstieg eines wichtigen Players wie SBC Communications in den Markt für Internet-Telefonie dürfte jedenfalls Analystenprognosen wahr werden lassen, die von zehn Mio. US-Haushalten mit VoIP bis zum Ende des Jahrzehntes ausgehen.
