10.11.2004

FINALLY

Entscheidung über US-Netztelefonie

Die Federal Communications Commission [FCC] hat in den USA einen jahrelangen Lobbying-Kampf gewonnen und darf den jungen Internettelefonie-Markt regulieren.

Damit, so die FCC, sei Voice over IP vor der Willkür einzelner Bundesstaaten geschützt. Internettelefonie-Betreiber mussten sich in der Vergangenheit einzelnen Regelungen pro Staat stellen.

FCC-Chairman Michael Powell hat sich persönlich dafür eingesetzt, dass seine Behörde den Regulierungsauftrag bekommt. Der Republikaner und glühender Befürworter weitgehend unregulierter IP-Telefonie wollte verhindern, dass das Internet "auf die kurzsichtige Vision von Bürokraten zurückgestützt" wird. "Das wäre eine Tragödie", so Powell noch im Oktober.

Eine Mio. US-Amerikaner sollen VoIP nutzen

Laut einer Studie der Yankee Group sollen zu Jahresende in den USA bereits eine Million Menschen Voice over IP nutzen - nach 131.000 Teilnehmern im Vorjahr.

"Wenn wir Wettbewerb und Innovation freien Lauf lassen, unbehindert von hohen Regulierungskosten, können Konsumenten mehr Services, niedrigere Preise und mehr Auswahl erwarten", so Powell. Noch nicht geklärt sind jedoch schwierige Details wie beispielsweise die Interconnection Fees an herkömmliche Telefoniebetreiber und die Frage, ob ein Subventionsfonds für ländliche Gebiete eingerichtet werden muss.

Demokraten kritisierten, dass diese Punkte noch nicht geklärt wurden. "Dieser Ansatz verweigert Konsumenten, Investoren und Betreibern die Klarheit, die sie verdienen", so FCC-Commissioner Michael Copps.

Auch Analysten sind zufrieden. "Das sind gute Nachrichten für Vonage, aber auch die großen Telekoms sollten von der Entscheidung profitieren", so Telekom-Analyst Jeff Kagan.