20.10.2004

IN DEN USA

Internet-Telefonie wird reguliert

Die US-Behörde FCC [Federal Communications Commission] hat erneut den Wunsch ausgedrückt, sich der Regulierung von IP-Telefonie annehmen zu wollen.

FCC-Chairman Michael Powell, glühender Befürworter weitgehend unregulierter IP-Telefonie, will verhindern, dass das Internet auf die "kurzsichtige Vision von Bürokraten" zurückgestützt wird. "Das wäre eine Tragödie", so Powell.

Bei einer Industriekonferenz riet er entschieden davon ab, einzelne Bundesstaaten die Voice-over-IP-Angelegenheiten regulieren zu lassen. Das würde ein "Patchwork von widersprechenden Richtlinien" schaffen, ähnlich denen, die das traditionelle Telefongeschäft in den USA seit Jahrzehnten behindert.

Rasanter Nutzerzuwachs

Er zitierte eine Studie der Yankee Group, der zufolge zu Jahresende bereite eine Million Menschen Voice over IP nutzen soll - nach 131.000 Teilnehmern im Vorjahr. Die Technologie würde Feuer unter einer "festgefahrenen und niedergeschlagenen Industrie" entfachen, so Powell.

Der Republikaner Powell wurde 1997 von der Clinton-Regierung in die Kommission gebracht und 2001 von Präsident George W. Bush zum FCC-Chairman ernannt. Der Ausgang der US-Präsidentschaftswahl entscheidet auch über sein Schicksal.

Keine alten regulatorischen Schemata

Internet-Telefonie ist immer noch nicht in allen Details ausgereift - Sprachqualität und einfacher Zugang für Konsumenten lassen bisweilen noch zu wünschen übrig. Doch die Aussicht, auf bestehenden Netzleitungen Telefondienste zu fahren, hat einen neuen Industriezweig ins Leben gerufen.

"Es gibt keinen Grund, nun ein regulatorisches Regime rund um Zulassungen, Preise und Kosten aufzuziehen, wie wir es beinahe ein Jahrhundert mit herkömmlichen Telefondienstleistern getan haben", so Powell.