Breitband-Boom in den USA hält an
Obwohl viele Prognosen eine Stagnation bei der Verbreitung von Breitband-Zugängen vorausgesagt haben, hält der Boom in den USA weiter an:
Im dritten Quartal konnten die US-Provider 2,3 Millionen neue Kunden gewinnen, wie eine Studie der Leichtman Research Group besagt.
Dieses Rekord-Wachstum ist laut dem Marktforschungsinstitut vor allem auf das aggressive Marketing der Provider zurückzuführen, die auf einen leichten Rückgang im zweiten Quartal mit Preisreduktionen und speziellen Einführungsangeboten reagiert haben.
Kabel-basierte Services sind dabei die populäreren Breitbandangebote: Mit Ende September verfügten in den USA etwa 18,8 Millionen Nutzer über eine Kabelverbindung und 12,2 Millionen über einen DSL-Anschluss.
In Österreich hat die Landbevölkerung unterdessen den Rückstand bei der Internet-Nutzung gegenüber den Städtern beinahe aufgeholt. Während 64 Prozent der Wiener bereits privat online gehen, sind es im Österreich-Schnitt 56 Prozent. Nach Haushalten gerechnet, haben 40 Prozent aller österreichischen Haushalte einen Internet-Zugang. Rund 36 Prozent davon setzen mittlerweile auf Breitband.
Bundesländer holen bei Netznutzung aufKabel- vor DSL-Anschlüssen
Rund 1,3 Millionen Neukunden entschieden sich im dritten Quartal für eine Kabel-Verbindung, während sich eine Million für einen DSL-Anschluss anmeldete.
Bei den Kabel-Providern konnte dabei Comcast seinen Vorsprung gegenüber der Konkurrenz weiter ausbauen. Mit 549.000 Neuzugängen im dritten Quartal kommt der Beteiber nun insgesamt auf 6,5 Millionen Kunden und liegt immer noch weit vor der Nummer zwei Time Warner mit 3,7 Mio. Abonnenten [168.000 Neuzugänge]. Bei den DSL-Providern liegt SBC mit 4,7 Millionen Kunden vor Verizon [3,2 Mio.] und Bell South [1,8 Mio.].
Auch in Deutschland wird sich die zahl der Breitband-Zugänge nach Einschätzung von Experten in den kommenden sechs Jahren mehr als vervierfachen und damit die Zahl der herkömmlichen Zugänge übertreffen. Bis 2010 werde die Zahl der Anschlüsse zum Hochgeschwindigkeitsinternet auf voraussichtlich rund 17 Millionen anwachsen, hieß es in einer Studie, die T-Online und Bertelsmann am Dienstag in Berlin vorstellten.
Die USA lassen sich die Einführung von Breitband-Internet in unerschlossenen ländlichen Gebieten durchaus etwas kosten. 1,4 Milliarden Dollar an Fördergeldern wurden 2003 im Rahmen des "Rural Broadband Loan Program" ausgeschüttet. Heuer werden es nicht weniger sein, zur Jahresmitte 2004 waren 700 Millionen USD entweder schon ausbezahlt oder in der Warteschlange.
USA auf Breitband-ÜberholspurAOL zieht sich zurück
Obwohl sich auch im kommenden Jahr ein Breitband-Wachstum abzeichnet, zieht sich AOL teilweise aus dem Breitband-Geschäft zurück. Der Anbieter teilte seinen Kunden in neun US-Bundesstaaten mit, dass diese sich bis 17. Jänner einen neuen Breitband-Anbieter suchen müssten, da AOL ab diesem Datum seinen Service einstellen wird.
Die Accounts jener Kunden, die bis dahin nicht zu einem anderen Anbieter gewechselt sind, werden automatisch auf AOLs Dial-up per Modem zurückgestuft, gab AOL-Sprecherin Anne Bentley bekannt. AOL legt seinen in Mails BellSouth als neuen Anbieter nahe.
Bentley erwartet, dass AOL auch die anderen existierenden Breitband-Kunden in den übrigen US-Bundesstaaten im kommenden Jahr hinauskomplimentieren wird.
Wie viele Kunden für 54 Dollar über AOL Breitband beziehen, wollte der Anbieter nicht sagen. Sprecherin Bentley gab aber zu, dass der Preis im Vergleich zu anderen Angeboten relativ hoch ist.
AOL wird in vier Geschäftsfelder aufgeteilt
