USA auf Breitband-Überholspur
Die USA lassen sich die Einführung von Breitband-Internet in unerschlossenen ländlichen Gebieten durchaus etwas kosten.
1,4 Milliarden Dollar an Fördergeldern wurden 2003 im Rahmen des "Rural Broadband Loan Program" ausgeschüttet. Heuer werden es nicht weniger sein, zur Jahresmitte 2004 waren 700 Millionen USD entweder schon ausbezahlt oder in der Warteschlange.
Der überwiegende Teil der Gelder geht in das Upgrade von kleineren Ortsnetzen in Kleinstädten und Gemeinden unter 20.000 Einwohnern. Das kann entweder die Aufrüstung mit xDSL für örtliche Telefonie-Switches bedeuten, die Umrüstung eines TV-Kabelnetzes oder aber die Förderung eines WLAN-Netzes.
Und hier zu Lande...
In Österreich kommt die Breitband-Förderung nur sehr schleppend
in Gang. Die ursprünglich vorgesehenen 10 Millionen Euro vom Bund
wurden von der Industrie mit Kopfschütteln aufgenommen. Einzig in
Kärnten und in Oberösterreich sind Landesinitiativen zur Förderung
bereits fortgeschritten. Aus Linz war zuletzt zu erfahren, dass für
OÖ eine Gesamtsumme von 50 Millionen Euro von Land, Bund und EU zu
erwarten sei.
Breitband-Förderung in OberösterreichWLAN-Anteil 30 Prozent
Auch ist die Zugangsweise zur Förderung in den USA eine Andere als hier zu Lande. Die Direktorin des "Rural Utilities Service" im US-Landwirtschaftsministerium definiert es als ihre Aufgabe, die Wichtigkeit einer Breitbandverbindung im Alltagsleben auch den Bewohnern des flachen Landes nahezubringen.
Es könne nicht angehen, dass man sich noch mit Modemverbindungen zufrieden gebe, sagte Hilda Gay Legg dem Branchendienst RCR Wireless: "Wenn wir unsere Ortsbewohner einmal in's Breitband gelockt haben, werden sie ihr Modem nie wieder zurückhaben wollen."
Das drahtlose Internet ist auch unter den Förderungen im Vormarsch. Dreißig Prozent aller bewilligten Förderungen beträfen verschiedenste WLAN-Anwendungen, sagte Legg weiter. Gefördert werden sowohl Netze mit Lizenzpflicht wie auch freie Netze.
Der WLAN-Anteil bezieht sich auf die Anzahl der geförderten Projekte und nicht auf die Summe der Förderungen. Naturgemäß liegen die Kosten für DSL-Umrüstung um ein Vielfaches höher als etwa der Aufbau eines örtlichen WLAN-Netzes.
Laut Nielsen/NetRatings haben die Breitband-User mit insgesamt 63 Millionen die Modem-Nutzer [61,3 Mio.] Mitte 2004 überholt. Der Breitband-Anteil in den US-Haushalten beträgt nun 51 Prozent, verglichen mit 38 im Jahr zuvor.
USA: Breitband überholt Schmalband
