Microsoft hat keine Angst vor Firefox
Nur wenige Tage nachdem die Mozilla Foundation den Open-Source-Browser Firefox 1.0 zum Download freigegeben hat, meldet sich Microsoft zu Wort.
Bei einem Sicherheitsgespräch in Sidney betonte Ben English, Security-Produktmanager bei Microsoft, dass der Internet Explorer [IE] nicht unsicherer als andere Browser sei. "Weil der Internet Explorer allgegenwärtig ist, hört man auch viel mehr darüber", erklärte English.
Gleichzeitig verkündete English, dass der Internet Explorer derzeit einigen Code-Reviews unterzogen wird.
Weiters glaubt man bei Microsoft auch nicht, dass der Marktanteil des Internet Explorer durch Firefox in Gefahr sei.
Die Firefox-Fans sind ziemlich engagiert: In den USA wurden über 250.000 Dollar für eine ganzseitige Anzeige in der "New York Times" gespendet. Im Netz finden sich immer mehr Unterstützer, die mit selbst gebastelten Kampagnen und Aufrufen dem alternativen Browser weitere Userzahlen verschaffen wollen.
Netz-Community trägt Firefox-ErfolgKein Bedarf für neue Funktionen
Auch durch zusätzliche Features in Firefox wie das "Tabbed Browsing", bei dem mehrere Seiten in einem Fenster angezeigt werden, fühlt sich Microsoft nicht bedroht.
"Ich glaube nicht, dass, nur weil ein anderes Produkt ein Feature hat, das wir nicht haben, dieses auch wichtig ist", erklärte Steve Vamos, Managing-Direktor für Australien.
Weiters sei man sich sicher, dass die Kunden es dem Unternehmen schon mitteilen würden, wenn sie sich neue Features für den Internet Explorer wünschen. Dennoch sei man sich bewusst, dass viele IE-Nutzer gar nicht alle Funktionen des Microsoft-Browsers kennen.
"Vielleicht müssen wir die zahlreichen Funktionen unseres Browsers einfach besser kommunizieren", so Vamos.
Der Sicherheitsdienstleister Secunia warnte kürzlich vor zwei Schwachstellen in der Tab-Funktion von alternativen Webbrowsern. Betroffen sind Browser der Mozilla Foundation, aber auch Opera, Camino, Konqueror und Plug-ins von Drittanbietern, die das Tabbed Browsing mit dem Internet Explorer ermöglichen.
Schwachstellen in Browser-SoftwareFirefox holt kontinuierlich auf
Im dritten Quartal hat Firefox bei der Nutzung von alternativen Browsern in Europa den
ersten Platz eingenommen, hat der Adserver-Betreiber Adtech ausgewertet.
Demnach surfen derzeit rund drei Prozent aller User mit Firefox im Netz, im August waren es noch 1,7
Prozent, während 2,82 mit Mozilla surften. Opera liegt demnach bei einem Prozent, Netscape bei 0,8
Prozent.
Damit liegen die alternativen Browser aber immer noch weiter hinter Microsofts Internet Explorer. Dieser kommt mit allen benutzten Versionen auf einen Anteil von rund 92,6 Prozent.
