09.11.2004

"3"

Hutchison steigert Kunden auf 120.000

Der fünftgrößte österreichische Handynetzbetreiber und UMTS-Anbieter Hutchison ["3"] kommt nach schwächerem Start im April 2003 langsam in Schwung.

Wie aus Unternehmenskreisen verlautet, hat Hutchison seine Kundenzahlen in den vergangenen drei Monaten um rund 50 Prozent von 83.000 auf 120.000 gesteigert. Der Abstand zum nächsten Anbieter tele.ring mit rund 800.000 Kunden ist allerdings immer noch relativ groß.

Profitiert hat Hutchison unter anderem von der Mitte Oktober eingeführten Rufnummernmitnahme. Rund jeder vierte Neukunde hat laut Hutchison Österreich-Chef Berthold Thoma seine alte Rufnummer mitgenommen.

Hutchison-Konzernvorstand Susan Chow zeigte sich am Rande eines Treffens mit Österreichs Vizekanzler Hubert Gorbach in Hongkong zufrieden: "Es kann immer besser laufen, aber heuer entwickelt sich das Österreich-Geschäft sehr gut."

Kritik an Ö-Regulierung

Kritik übt der Konzern in Hongkong an der österreichischen Regulierungspolitik. Thoma zufolge will Österreichs oberster Regulator, Georg Serentschy, bis 2008 die Mobilfunk-Terminierungsentgelte, also jene Gebühren, die die Unternehmen für die Gesprächszustellung untereinander verrechnen, vereinheitlichen. Bisher konnten kleinere Mobilfunkanbieter in den ersten Jahren ihres Bestehens höhere Terminierungsentgelte verlangen.

Hutchison, als vorletzter Anbieter gestartet, sieht sich nun benachteiligt. Komme es tatsächlich zu den Änderungen, würden Hutchison nach erster Schätzung im Jahr rund 100 Mio. Euro Einnahmen entgehen.

Kritik übt Hutchison auch an den Sonder-Emissionvorschriften im Land Salzburg, wo die Strahlungsgrenzen für Handy-Sendemasten weit niedriger sind als in allen anderen Bundesländern. Die Mobilfunkbetreiber müssten daher mehr Sendemasten aufstellen als sonst wo, was Hutchison aber verweigert. "Wir sind keine Karitativorganisation. Wir investieren nur dort, wo wir einen Return haben", betonte Thoma.