DT sperrt Telefone für Billiganbieter
Die Deutsche Telekom [DT] ist wegen des Verkaufs eines Siemens-Telefons in die Kritik geraten, das auf die Netzkennzahl des Ex-Monopolisten voreingestellt ist und damit billigere Telefonate über die Vorwahlen alternativer Anbieter verhindern soll.
Die von der Telekom verkauften Siemens-Geräte stellten die Telekom-Netzkennzahl 01033 generell der gewählten Nummer voran - auch, wenn der Kunde über Preselection auf einen anderen Anbieter voreingestellt sei oder eine billigere Vorwahl über Call-by-Call gewählt habe, kritisierte der Branchenverband VATM am Montag in Köln.
Ein Telekom-Sprecher verteidigte das zum Sonderpreis angebotene Telefon dagegen: Über eine bestimmte Tastenkombination ließen sich von Fall zu Fall auch andere Vorwahlen einstellen.
40 bis 50 Euro billiger
Das auf die Telekom voreingestellte Gerät sei 40 bis 50 Euro
billiger als die ursprünglichen Siemens-Modelle 711 und 721, sagte
der Sprecher.
Im Festnetz fliegen die FetzenAls Spezialgerät gekennzeichnet
Für Kunden, die ohnehin nichts mit Call-by-Call oder Preselection anfangen könnten, rechne sich das Angebot. Auf der Verpackung sei das voreingestellte Telefon ganz klar als Spezialgerät gekennzeichnet. Die Nachfolgemodelle 712 und 722 würden wieder ohne Voreinstellung vertrieben.
Dagegen stellte der Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten den Sinn der technischen Voreinstellung in Frage. Für Telekom-Kunden, die weder Preselection noch Call-by-Call nutzen, sei ein Überschreiben der Rufnummer vollkommen überflüssig.
Die Telekom versuche somit "auf technischer Ebene die rechtliche Verpflichtung, Call-by-Call und Preselection diskriminierungsfrei anzubieten, auszuhebeln und - unterstützt von Siemens - fairen Wettbewerb zu verhindern," kritisierte VATM-Geschäftsführer Jürgen Grützner. Er forderte die Bonner Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post zum Eingreifen auf.
