27.10.2004

WETTBEWERB

Kampf um die Spitze der Supercomputer

Am Dienstag hat die NASA ihren neuen Supercomputer mit dem Namen "Project Columbia" vorgestellt. Das von Silicon Graphics realisierte Projekt besteht aus 20 miteinender verbundenen Altix-Clustern, die unter Linux laufen.

Jeder dieser Cluster besteht aus 512 Intel-Itanium-2-Prozessoren, insgesamt ergibt das 10.240 Prozessoren.

Der Superrechner wurde in weniger als 120 Tagen im Ames Research Center der NASA aufgebaut. Die Kosten für das Projekt betragen rund 50 Millionen Dollar.

Laut den Herstellern ist "Projekt Columbia", benannt nach dem 2003 verunglückten Space Shuttle, der leistungsstärkste Computer der Welt, auch wenn das offizielle Tests erst bestätigen müssen.

USA wollen Japan vom Thron stoßen

Mit dem Einsatz von nur 16 der 20 eingesetzten Systeme erreicht der Supercomputer eine Rechenleistung von 42,7 Tera-FLOPs [d. h. Billionen Kalkulationen pro Sekunde], das überschreitet den derzeitigen Anführer der Supercomputer, NECs "Earth Simulator", immerhin um fast sieben Teraflops.

Nächsten Monat wird die Top-500-Liste der Supercomputer, die zwei mal im Jahr präsentiert wird, bei einer Konferenz in Pittsburgh aktualisiert.

Für die USA wäre es ein Traum, die Spitze, die nun bereits seit zwei Jahren von Japan in Beschlag genommen wird, wieder zurückzuerobern.

Bis vor kurzem sah es noch so aus, als wäre IBMs Blue Gene Supercomputer mit einer Rechenleistung von 36 Teraflops ein heißer Anwärter auf den ersten Platz, weil der Rechner aber noch nicht fertig gestellt ist, könnte die Kapazität bis dahin noch weiter gesteigert werden.

Raumfährendesign, Klimaforschung

NASA will "Projekt Columbia" vo allem dazu benützen, um die Raumfähren der nächsten Generation zu entwerfen.

Weiters wird die Kraft des Linux-Clusters für Klima- und Atmosphärenforschung eingesetzt, zwei Wissenschaftszweigen, die bekannt für ihre hohen Ansprüche in Sachen Rechenleistung und Speicherbedarf sind.