Industrie heuert immer mehr Roboter an
Die weltweite Nachfrage nach Robotern für die Industrie boomt. Bei steigenden Löhnen für Arbeitskräfte investiere gerade die Autoindustrie zunehmend in den elektronischen "Kollegen", berichtete die UN-Wirtschaftskommission für Europa [UN-ECE] am Mittwoch in Genf.
Im ersten Halbjahr seien die Bestellungen von Industrierobotern weltweit um 18 Prozent verglichen mit der Vorjahreshälfte gestiegen. Nach Japan steht Deutschland bei der Nutzung von Industrierobotern weltweit an der Spitze.
In der um Kostensenkungen ringenden Autoindustrie werden die Roboter am häufigsten genutzt - 56 Prozent aller Roboter seien dort im Gebrauch. In der Automobilproduktion kommt in Japan, Deutschland und Italien inzwischen bereits eine Maschine auf 10 Arbeitnehmer.
Während im Film "I, Robot" die Menschheit im Jahre 2035 gegen angriffslustige Roboter kämpft, ist die aktuelle Roboterentwicklung von solchen Szenarien noch weit entfernt. Zwar können sich Roboter bereits relativ gut und behende fortbewegen, von echter Intelligenz ist bei diesen Maschinen bis dato jedoch nur wenig zu bemerken.
Der lange Weg zum denkenden RoboterBrasilien, Mexiko, China ziehen nach
Die Zahl der Roboter in der Industrie wird nach der UN-ECE-Prognose bis 2007 voraussichtlich auf eine Million weltweit steigen. Derzeit sind rund 800.000 Roboter in der Industrie im Einsatz, davon 112.700 in Deutschland und 350.000 in Japan.
Auf dem Arbeitsmarkt werde der Roboter weiter an Bedeutung gewinnen, sagte der für die Studie zuständige UN-ECE-Experte Jan Karlsson. "Fallende oder stabile Preise für Roboter, steigende Lohnkosten und eine kontinuierlich weiter entwickelte Technologie sind die Hauptfaktoren, die für weiterhin massive Investitionen in Roboter in der Industrie sprechen", sagte Karlsson.
Auch in Ländern wie Brasilien, Mexiko, und China gebe es bereits beeindruckende Investitionsraten.
