21.10.2004

AUFKLÄRUNG

Web-Info steigert Lebenserwartung

Mehrere aktuelle Studien über den angeblich zweifelhaften Nutzen von Gesundheitsinformationen aus dem Netz werden von österreichischen Selbsthilfegruppen heftig in Zweifel gezogen.

Tenor der Studien: "Lieber zum Arzt anstatt ins Internet" bzw. "Zu viel Information begünstigt Hypochondrie."

Bei Erkrankungen der Leber treffe genau das Gegenteil der zitierten Studienergebnisse zu, schreibt Angelika Widhalm von der Hepatitis-Hilfe Österreich.

Wie langjährige Erfahrungen zeigten, sei es in etwa 80 Prozent der Fälle so, dass der Patient vor seinem Kontakt mit der "Plattform gesunde Leber" zumeist lange Irrwege von einem Arzt zum anderen hinter sich habe.

Reale statt virtueller Kontakte

Um zu vermeiden, dass eine sehr aktive Minderheit einseitig nur eigene Erfahrungen zum Besten gebe und somit das Gesamtbild verzerre, bietet die Hepatitis-Hilfe keine Online-Foren.

Information steigert Lebenserwartung

Ins selbe Horn stößt auch Peter Hopfinger von Diabetes Austria, einer Web-Plattform für Zuckerkranke. Die zitierten Studien zeigten recht deutlich die Handschrift von Interessengruppen wie etwa der britischen Ärztekammer. Hier zu Lande setze sich unter Ärzten freilich immer mehr die Erkenntnis durch, dass es sehr wohl wichtig sei, wenn Patienten gut informiert seien.

Beim Hauptverband der Sozialversicherungen gehe man davon aus, dass in Zukunft der Arzt - vor allem bei Langzeiterkrankten - mehr und mehr zum Supervisor werde, da das Management der Krankheit im Alltag vom Patienten selbst übernommen wird.