Besser zum Arzt als ins Internet
Chronisch Kranke, die sich im Netz über ihr Leiden informieren, müssen mit unerwünschten Nebenwirkungen rechnen. Nach einer Studie der Universität London geht es ihnen anschließend häufig schlechter als jenen, die nur den Rat ihres Arztes befolgen. Das gleiche gelte für Mitglieder von Internet-Selbsthilfegruppen.
Zwar vergrößerten die Möglichkeiten des Internet das Wissen von Kranken wie Diabetikern oder Asthmatikern und gäben ihnen das Gefühl, sozial unterstützt zu werden.
Dennoch wirkten sich die zusätzlichen Informationen oft eher negativ aus.
So verliere ein Teil der Patienten dank besseren Kenntnisstandes die Angst vor der Krankheit und sei dadurch weniger motiviert, das eigene Verhalten dem medizinischen Rat entsprechend zu ändern. So heißt es in der heute publizierten Studie der gemeinnützigen Medizin-Organisation
Cochrane CollaborationSelbstbehandlung statt Ärztepraxis
Außerdem entschieden die Patienten häufig selbst, welche Behandlung für sie am besten sei und handelten den Empfehlungen ihres Arztes zuwider. Für die Studie wurden 4.000 Teilnehmer befragt.
In einer anderen britischen Studie war vor einigen Monaten darauf hingewiesen worden, dass viele im Internet verfügbaren Informationen über Krankheiten fehlerhaft seien.
Die freie Verfügbarkeit des Materials leistet nach britischen Presseberichten außerdem der Einbildung von Krankheiten bei Hypochondern Vorschub.
