18.10.2004

UNTERSUCHUNG

Besser zum Arzt als ins Internet

Chronisch Kranke, die sich im Netz über ihr Leiden informieren, müssen mit unerwünschten Nebenwirkungen rechnen. Nach einer Studie der Universität London geht es ihnen anschließend häufig schlechter als jenen, die nur den Rat ihres Arztes befolgen. Das gleiche gelte für Mitglieder von Internet-Selbsthilfegruppen.

Zwar vergrößerten die Möglichkeiten des Internet das Wissen von Kranken wie Diabetikern oder Asthmatikern und gäben ihnen das Gefühl, sozial unterstützt zu werden.

Dennoch wirkten sich die zusätzlichen Informationen oft eher negativ aus.

Selbstbehandlung statt Ärztepraxis

Außerdem entschieden die Patienten häufig selbst, welche Behandlung für sie am besten sei und handelten den Empfehlungen ihres Arztes zuwider. Für die Studie wurden 4.000 Teilnehmer befragt.

In einer anderen britischen Studie war vor einigen Monaten darauf hingewiesen worden, dass viele im Internet verfügbaren Informationen über Krankheiten fehlerhaft seien.

Die freie Verfügbarkeit des Materials leistet nach britischen Presseberichten außerdem der Einbildung von Krankheiten bei Hypochondern Vorschub.