Firmen bei IT-Outsourcing zurückhaltend
Für österreichische Unternehmen spielt die Auslagerung von Geschäftsprozessen in Billiglohnländer [Outsourcing] wie Indien oder Brasilien nur eine untergeordnete Rolle.
Haupthindernisse sind dabei die Kulturunterschiede, das Sprachproblem und die mittelständischen Unternehmensstrukturen in Österreich.
"Nachdenken tut jeder", sagte Wolfgang Thiel, Leiter der europäischen Praxisgruppe IT bei der Boston Consulting Group [BCG]. Für die nahe Zukunft sei aber nicht zu erwarten, dass viele heimische Betrieb ihre Softwareentwicklung nach Asien auslagern.
Laut einer aktuellen BCG-Umfrage unter österreichischen IT-Leitern hat Outsourcing im kommenden Geschäftsjahr für 22 Prozent der Befragten höchste und für elf Prozent hohe Priorität. Für 33 Prozent zählt Outsourcing zum Teil der Aufgaben.
BCGOsteuropa am attraktivsten
Am wahrscheinlichsten ist laut BCG die Verlagerung komplexer IT-Aufgaben ins nahe Ausland an vorhandene Niederlassungen oder die Kooperation mit globalen Playern, um die Kostenvorteile von Offshore-Standorten nutzen zu können.
Der Lohnkostenvorteil schmilzt jedoch, wenn sich die Unternehmen nicht gut genug vorbereiten.
"Es kann viel schief gehen", sagte Thiel. Zuerst müssten die Unternehmen bei sich selbst nach Optimierungsmöglichkeiten suchen. "Die eigene Ausgangssituation muss transparent sein, die Prozesse schlank", so Thiel.
Laut Siemens SBS ist der österreichische Outsourcing-Markt 620 Mio. Euro schwer, sein Anteil am 5,3 Mrd. Euro umfassenden IT-Markt beträgt zwölf bis 15 Prozent.
Ängste bremsen IT-Outsourcing
