05.10.2004

ÖSTERREICH

Video-Überwachung bald Verkehrsalltag

Zu "Section-Control" und den Kameras des Lkw-Mautsystems sollen serienweise weitere Kameras kommen, die den Verkehr rund um die Uhr überwachen.

Forderungen danach häuften sich nicht ganz zufällig am Dienstag, als das neue Sicherheitspolizeigesetz den Ministerrat passierte.

Den Behörden werden darin vor allem neue Befugnisse zur Videoüberwachung zugeteilt, die am 1. Jänner 2005 in Kraft treten.

Kameras an Zebrastreifen

Das Kuratorium für Verkehrssicherheit [KfV] fordert Überwachungsanlagen an Zebrastreifen, um jene Autofahrer zur Verantwortung zu ziehen, denen die seit zehn Jahren bestehende Anhaltepflicht egal sei.

98 Prozent von 500 Befragten wüssten zwar darüber Bescheid, sechs von zehn Autofahrern bremsten sich vor einem Zebrastreifen aber nicht ein.

In Israel wird das Verkehrsaufkommen bereits mit militärischen Mitteln angegangen. Eine neu entwickelte - das heißt für diese Aufgabe umgerüstete - Drohne soll schon bald im Einsatz sein und Temposünder aus der Vogelperspektive fotografieren, berichtete die Tageszeitung "Maariv".

Kameras überall und permanent

Um Geisterfahrer, Tempo- und Rotlichtsünder besser erfassen zu können, sei digitale Überwachung ein effektives Mittel, erklärte der Leiter von Siemens ITS, Christoph Kollatz.

Der Vorteil gegenüber den bisher punktuell eingesetzten Nassfilm-Kassetten sei, dass permanent aufgezeichnet werden könnte und jeder Verkehrsteilnehmer damit rechnen müsste, bestraft zu werden. Zudem könne der Film nicht ausgehen.

Eine elektronische Archivierung und Weiterverarbeitung sei digitalisiert ebenfalls möglich, mittels integrierter Nummernschilderkennung könnten Bußgeldbescheide automatisch erstellt werden.

In Österreich stünden derzeit 18 digitale Überwachungskameras zur Verfügung.