24.09.2004

ERWARTET

Bewegung auf dem Browser-Markt

Microsofts Ankündigung, das Update seines Internet Explorer nur dem Windows XP Service Pack 2 [SP2] beizufügen, könnte dem Hersteller den Verlust weiterer User einbringen.

User, die etwa den integrierten Pop-up-Blocker nutzen wollen, müssen von ihren alten Windows-Systemen auf Windows XP upgraden, zum Mindestpreis von 99 Dollar. Für Microsoft selbst ist Windows XP mit SP2 das sicherste Windows derzeit, der Hersteller rät daher allen Anwendern, auf XP umzusteigen.

Doch der Preis für neue Sicherheitsfeatures für einen an sich frei verfügbaren Browser ist hoch. Beobachter erwarten, dass es vor allem den alternativen Browser weitere Zuwächse bei den Userzahlen bringen wird.

Umsatzbringer gesucht

Bis zum nächsten großen Umsatzbringer Longhorn werden noch zwei Jahre vergehen. Um diese Deadline überhaupt einhalten zu können, musste Microsoft zuletzt die geplanten Features zurückschrauben. Derzeit nutzt noch ca. die Hälfte aller Windows-User ältere Versionen wie 2000, ME und 98.

Microsoft wies Vorwürfe, aus der Sicherheit ein Geschäft zu machen, erwartungsgemäß zurück. Es habe bloß Sinn, dass die letzten Versionen einer Software auch die sichersten seien, so ein Sprecher.

Der Internet Explorer sei integratives Element des Betriebssystems, das machte Microsoft erneut klar. Die ursprünglichen Pläne bzw. die Vergabe als Stand-alone-Browser sei Geschichte, so der Sprecher weiter. Sicherheits-Updates werde es aber weiter für alle IE- und Windows-Versionen geben.

Google in den Startlöchern

Mit dem Schritt könnte Microsoft aber nicht nur derzeit erhältlichen, meist kostenlosen Browsern wie Firefox und Opera weitere User zutreiben - auch Google soll mit einem eigenen Browser in den Startlöchern stehen.

So hat Google bereits eine eigene Domain namens gbrowser.com eintragen lassen und auch ein hochkarätiges Team von Entwicklern, darunter IE-Mitentwickler Adam Bosworth und den früheren Avalon-Mitentwickler Joe Beda, verpflichtet.

Mit seinem jüngst erfolgten Börsengang hat der Anbieter nun zudem ausreichend Kleingeld in der Tasche, um auch in neue Technologien und Produkte zu investieren. Zudem muss sich Google darauf gefasst machen, dass Microsoft versucht, mit seiner eigenen Websuche dem derzeitigen Such-Marktführer Anteile abspenstig zu machen.