16.09.2004

VERSCHIEBUNG

Alternative Browser holen weiter auf

Die Sicherheitslücken in Microsofts Internet Explorer [IE] und die Warnungen vor der Verwendung desselben haben offenbar tiefe Spuren bei den Usern hinterlassen.

Immer mehr Websites verzeichnen einen steigenden Zugriff mit alternativen Browsern, allen voran Mozilla und Firefox. So berichtet W3Schools.com von einem Anstieg der Zugriffe mit Mozilla-Browsern von acht Prozent im Jänner auf derzeit 18 Prozent.

Die Verwendung des IE fiel in derselben Zeit von 84 auf 75 Prozent. Auch die freie Enzyklopädie Wikipedia weist einen Anteil der Mozilla-User von derzeit rund zwölf Prozent aus.

Korrelation mit IE-Sicherheit

Die Mozilla Foundation, die Entwickler hinter Mozilla und Firefox, hat in den letzten Monaten ebenfalls einen Anstieg der Downloads registriert. So wurde Firefox in der Version 0.8 drei Millionen Mal heruntergeladen, in der Version 0.9 bereits sechs Millionen Mal.

Laut Mozilla-Sprecher Bart Decrem korreliert das Interesse an Firefox direkt mit aufgedeckten Problemen des IE. So sei die letzte Spitze im Juli rund um das Bekanntwerden der IE-Sicherheitslücke, welche die Malware Download.ject ausnutzte, aufgetreten.

Das "Computer Emergency Response Team" [US-CERT] riet damals zur extremen Vorsicht bei der Verwendung des IE bzw. gleich zum Wechsel der Browser-Software. Auch das deutsche Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik [BSI] riet zuletzt zu einem häufigen Browser-Wechsel.

Neue Versionen zum Download

Firefox wurde am Dienstag als Preview-Release 1.0 zum Download freigeben. Neben einem RSS-Reader wurden eine Suchleiste und verbesserte Installationsroutinen für Plug-ins integriert.

Auch das Mailprogramm Thunderbird wurde in der Version 0.8 bereitgestellt. Die finale Version von Firefox 1.0 wird für Ende des Jahres erwartet.

Beide Versionen [sowie Mozilla 1.7.3] beheben bereits schwere Sicherheitslücken, die neben Buffer-Overflows auch zum Auslesen von Daten und zum Ausführen von Malware führen können.