Alternative Browser holen weiter auf
Die Sicherheitslücken in Microsofts Internet Explorer [IE] und die Warnungen vor der Verwendung desselben haben offenbar tiefe Spuren bei den Usern hinterlassen.
Immer mehr Websites verzeichnen einen steigenden Zugriff mit alternativen Browsern, allen voran Mozilla und Firefox. So berichtet W3Schools.com von einem Anstieg der Zugriffe mit Mozilla-Browsern von acht Prozent im Jänner auf derzeit 18 Prozent.
Die Verwendung des IE fiel in derselben Zeit von 84 auf 75 Prozent. Auch die freie Enzyklopädie Wikipedia weist einen Anteil der Mozilla-User von derzeit rund zwölf Prozent aus.
Zwar können diese Zahlen noch nicht als Grundlage für eine Aussage über einen allgemeinen User-Trend dienen, doch auch andere Zahlen deuten auf eine Diversifizierung des Browser-Marktes hin.
W3schools StatistikLaut den Analysten von WebSideStory hat Firefox auch auf breiterer Basis Anhänger gefunden. Demnach stieg die Nutzerzahl seit Juni 2004 von 3,5 auf derzeit 5,2 Prozent. Die Nutzung des IE sank im selben Zeitraum von 95,5 auf 93,7 Prozent.
Mozilla greift Internet-Explorer anKorrelation mit IE-Sicherheit
Die Mozilla Foundation, die Entwickler hinter Mozilla und Firefox, hat in den letzten Monaten ebenfalls einen Anstieg der Downloads registriert. So wurde Firefox in der Version 0.8 drei Millionen Mal heruntergeladen, in der Version 0.9 bereits sechs Millionen Mal.
Laut Mozilla-Sprecher Bart Decrem korreliert das Interesse an Firefox direkt mit aufgedeckten Problemen des IE. So sei die letzte Spitze im Juli rund um das Bekanntwerden der IE-Sicherheitslücke, welche die Malware Download.ject ausnutzte, aufgetreten.
Das "Computer Emergency Response Team" [US-CERT] riet damals zur extremen Vorsicht bei der Verwendung des IE bzw. gleich zum Wechsel der Browser-Software. Auch das deutsche Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik [BSI] riet zuletzt zu einem häufigen Browser-Wechsel.
Unter dem Namen "Browse Happy" hat das Web Standards Project eine Kampagne begonnen, die sich direkt gegen Microsofts IE richtet und die User zum Umstieg auf alternative Browser bewegen will.
Kampagne wirbt für Browser-UmstiegNeue Versionen zum Download
Firefox wurde am Dienstag als Preview-Release 1.0 zum Download freigeben. Neben einem RSS-Reader wurden eine Suchleiste und verbesserte Installationsroutinen für Plug-ins integriert.
Auch das Mailprogramm Thunderbird wurde in der Version 0.8 bereitgestellt. Die finale Version von Firefox 1.0 wird für Ende des Jahres erwartet.
Beide Versionen [sowie Mozilla 1.7.3] beheben bereits schwere Sicherheitslücken, die neben Buffer-Overflows auch zum Auslesen von Daten und zum Ausführen von Malware führen können.
Die ebenfalls alternative [in der werbefreien Version allerdings kostenpflichtige] Browser-Software Opera ist in der letzten Woche in der Version 7.54 auf Deutsch zum Download freigegeben worden.
Opera
