Weiter Sicherheitslecks in Wahlcomputern
Die Programmierer von Blackboxvoting.org haben am Mittwoch im National Press Club in Washington D.C. vorgeführt, wie einfach das Wahlergebnis der kommenden US-Präsidentenwahl manipuliert werden kann.
Das demonstrierten sie anhand fünf gefundener Sicherheitslücken in der Software der Hersteller Diebold und Sequoia.
Diebolds Wahlcomputer des Typs "AccuVote-TS" hatten in der Vergangenheit schon öfter für Pannen gesorgt. Bei der kommenden Wahl wird fast jeder dritte US-Bürger seine Stimme über die Diebold-Maschinen abgeben.
Laut den Datenschützern wäre es deshalb sicherer, die bevorstehende Präsidentenwahl am 2. November doch auf Papier durchzuführen.
Zuletzt Probleme in Kalifornien
Kalifornien hatte Diebold zuletzt geklagt, weil AccuVote TSx bei
den Vorwahlen im März zu einigen Problemen geführt hatten.
Kalifornien klagt Wahlmaschinen-HerstellerManipulation auf allen Ebenen
Die Aktivistin Bev Harris machte darauf aufmerksam, dass das Gesamtergebnis durch eine Hintertür in der Datenbank leicht geändert werden könne.
Weiters wies sie darauf hin, dass jemand, der sich Zugang zu den Passwörtern verschafft, das Wahlergebnis verändern und seine Spuren anschließend verwischen könnte.
Harris warf den Herstellern vor, diese Lücken mit Absicht integriert zu haben, um die Ergebnisse manipulieren zu können.
Auch der externe Sicherheitsexperte Herbert Thompson zeigte eine Lücke, welche die Manipulation der weitergeleiteten Daten möglich macht, während die Rohdaten auf den Wahlcomputern unverändert bleiben.
Ein anderer Programmierer führte eine Sicherheitslücke in der Software von Sequoia vor, die es erlaubt, die Stimmen, die über eine Fremdsprache [Spanisch etc.] eingegeben wurden, zu vertauschen.
Vier Bezirke in Kalifornien, unter anderem San Diego, dürfen bei der November-Wahl keine elektronischen Wahlmaschinen einsetzen. Sie verwendeten bisher die umstrittenen Diebold-Systeme.
Mehr Sicherheit für E-VotingWahlkommission gibt Lücken zu
Die Sprecher von Diebold und Sequoia wiesen alle Vorwürfe entschieden zurück, Diebold-Sprecher David Bear sprach gar von einer "inszenierten Show".
Harris rief unterdessen dazu auf, die Sicherheitsvorkehrungen rund um die Wahlmaschinen zu erhöhen, wenn die Geräte selbst nicht sicher genug seien. So schlug sie etwa vor, dass die Wahlhelfer die Stimmen bereits auf Bezirksebene ausdrucken sollten, um sie dann mit der Gesamtzahl der Countys zu vergleichen.
Weiters sollten die Bezirksergebnisse nicht über Modem an die Countys weitergegeben werden, weil diese leicht von außen manipuliert werden können.
DeForest B. Soaries, Chairman der neuen Election Assistance Commission, bezeichnete den Vorschlag, die Wahl komplett auf Papier durchzuführen, als "Farce". Er gab jedoch zu, dass das elektronische System seine Anfälligkeiten hat.
