Mit High-Tech gegen Filmpiraten
Der Kampf gegen Filmpiraten wird Hollywood immer wichtiger.
Alle aktuellen Filme tauchen - manchmal sogar vor der offiziellen Veröffentlichung - im Netz zum illegalen Download auf. Meistens werden die Filme in Kinosälen mit Videokameras abgefilmt und Stunden später ins Netz gestellt. Oft landen die - naturgemäß schlechten - Kopien auf Schwarzmärkten, wo sie für wenige Euro verkauft werden.
Mehrere Unternehmen haben Technologien entwickelt, um dem Aufnehmen von Kinofilmen ein Ende zu setzen. Doch selbst wenn die Technologie funktioniert - es ist weder geklärt, wer die Kosten übernehmen soll, noch wer im Falle der Entdeckung den Filmpirat bis zum Eintreffen der Polizei festhalten soll.
Gesetzeslage nicht ausreichend geklärt
Darüber hinaus fehlt oft die rechtliche Grundlage - allein in den
USA gibt es nur in 17 Bundesstaaten ein entsprechendes Gesetz, das
das Abfilmen explizit verbietet.
Nachtsichtgeräte gegen Potter-FilmerTechnik gegen "Pinhole-Cams"
Das Unternehmen Trakstar hat einen Detektor entwickelt, der neben der Leinwand den Kinosaal abscannt und nach Camcorder-Linsen sucht. Denn selbst wenn die Kamera noch so gut versteckt ist - die Linse muss auf die Leinwand gerichtet bleiben, um den Film auf Band zu bannen.
Trakstars "Pirate Eye" hat die Größe einer Schuhschachtel und füttert eine Software von Apogen Technologies mit Radardaten. Apogen hat sich auf Militäranwendungen spezialisiert - ein expliziter Vorteil, so Trakstar-Chef Gladstone: "Sie designen nie ein System, ohne an mögliche Gegenmaßnahmen zu denken. Der Krieg gegen die Piraterie ist ein Schlagabtausch von Maßnahmen und Gegenmaßnahmen".
Nachdem der Prototyp seine Testläufe vor Filmindustriellen erfolgreich bestanden hat, wird nun ein weiteres Feature gewünscht - die Erkennung von Kameras mit Miniobjektiv. Diese "Pinhole-Cams" benötigen für die Optik nur ein Loch von rund einem Millimeter Durchmesser und können so mit bisherigen Methoden nicht entdeckt werden.
Mit einer anderen Technologie wird nun das Vorhandensein von CCD-Sensoren, also den Bildchips von Kameras, überprüft.
Konkurrent Sentek bietet eine ähnliche Technologie an und kann ebenfalls auf einen militärischen Background verweisen. Das Unternehmen verkauft Heckenschützen-Detektoren an US-Truppen in Afghanistan und Irak.
Wieder andere Unternehmen arbeiten an Technologien, die das projezierte Bild für menschliche Augen unsichtbar, für Camcorder jedoch störend verzerren.
US-Entwurf will harte Strafen für PiratenKinobetreiber sind skeptisch
Doch erst müssen die Kinobetreiber auf den Zug aufspringen. Nicht nur um die Kosten, sondern auch um das Vertrauen in die eigenen Angestellten geht es. Die Kinos befürchten, dass Piraten mit den Angestellten kollaborieren und gegen Bares beispielsweise den Detektor abschalten könnten. Daher werben die Hersteller mit manipuliersicherer Technologie und zentralem Management, das beim Abstecken eines Gerätes sofort Alarm schlägt.
In einer MPAA-Aktion im Juni wurden jedem Angestellten, der einen Filmpiraten im Kinosaal entdeckt hat, 500 USD versprochen. Diese Aktion zeigte bis dato die beste Wirkung, mindestens 23 Piraten wurden festgenommen. Dies könnte, so Beobachter, auch in Zukunft für die Filmindustrie die interessanteste Option bleiben.
