MCI sucht nach potentiellen Käufern
Das US-Telekommunikationsunternehmen MCI hat in aller Stille begonnen, nach potenziellen Käufern Ausschau zu halten, berichtet die "New York Times".
MCI - früher WorldCom - war im April aus einem Insolvenzverfahren nach dem größten Bilanzbetrugsskandal der US-Wirtschaftsgeschichte heraus gekommen.
Die Gesellschaft hat laut Bericht drei Investmentbanken und eine Anwaltsfirma beauftragt, nach Käufern zu suchen. Sie hoffe auf einen Preis von mehr als sechs Milliarden Dollar [fünf Mrd Euro].
Demnach prüfen MCI und seine Berater, ob die Gesellschaft vollständig oder in Teilen verkauft werden soll, indem die attraktivere Unternehmens- Dienstleistungssparte von dem schwachen Verbrauchergeschäft abgetrennt werden.
Damit kämen die Bell-Gesellschaften, die regionalen Telefongesellschaften wie Verizon, SBC oder QWest, als erste Interessenten in Frage. Sie verfügen über ausreichende Finanzstärke und wollen ihr Ferngesprächsgeschäft stärken.
MCI bleibt in den roten ZahlenDienstleistungssparte an IBM
Am wahrscheinlichsten sei es, dass MCI seine Unternehmens-Dienstleistungssparte separat an eine der Bell-Gesellschaften oder eine Technologiefirma wie Electronic Data Systems oder sogar IBM verkauft. Die Verbrauchersparte könnte an eine Investmentfirma gehen.
MCI habe ebenso wie AT&T in vergangenen Monaten damit begonnen, die Vermarktungsbemühungen im Verbrauchergeschäft einzuschränken.
Die Investmentgruppe Leukadia National Corporation hat bereits eine Offerte für die Gesellschaft in Erwägung gezogen. Leukadia hat bei der US-Aufsichtsbehörde FTC [Federal Trade Commission] und dem US-Justizministerium beantragt, mindestens die Hälfte der MCI-Aktien übernehmen zu dürfen.
