BMG sieht neues CD-Modell auf Erfolgskurs
Die Musikindustrie vermeldet erste Erfolge auf der Suche nach CD-Käufern.
BMG Deutschland, das mit einem gestaffelten CD-Preismodell dem Käuferschwund in Deutschland seit August dieses Jahres entgegenwirken will, hat nun eine erste und positive Bilanz gezogen.
In den ersten zwei Wochen seien vom Album "Es wird morgen" der Band 2Raumwohnung mehr als 81.000 CDs verkauft worden, so BMG.
Knapp 30 Prozent der Käufer wählten dabei die Luxus-Version für 16,99 Euro mit Bonus-Liedern und einem 72-seitigen Liederbuch. Die übrigen Verkäufe verteilten sich auf die Standard-Variante [12,99 Euro] und die Basis-Version [9,99 Euro].
"Die Erfolge unterstreichen, dass wir mit unserer Idee auf dem richtigen Weg sind", meint Wolfgang Funk, Geschäftsführer des BMG-Labels GUN.Records.
Guano Apes und Wolfgang Petry folgen
In den nächsten Monaten sollen auch CDs von den Guano Apes,
Wolfgang Petry und anderen Künstlern mit den gestaffelten Preisen
herauskommen.
BMG liefert erste CDs in drei Versionen ausMusikumsatz sinkt weiter
Dem nun veröffentlichten Jahresbericht "The Recording Industry In Numbers" der International Federation of the Phonographic Industry [IFPI] zufolge ist der Umsatz mit Tonträgern [Audio- und Videoformate] im vergangenen Jahr bereits zum vierten Mal in Serie gesunken.
Den Grund dafür sieht die IFPI weiter in illegalen CD-Kopien, Musik-Download aus Online-Tauschbörsen sowie der verstärkten Konkurrenz durch DVDs und Mobiltelefonie.
Im Vergleich zu 2002 wurde im vergangenen Jahr um 7,6 Prozent weniger mit Musik eingenommen, nämlich 32 Mrd. Dollar weltweit.
Seit 1999 ist der globale Musikmarkt laut Bericht um 6,2 Mrd. Dollar oder 16,3 Prozent geschrumpft.
Universal vor EMI und Sony
Bei den Labels führt nach wie vor Universal mit einem weltweiten
Marktanteil von 23,5 Prozent, gefolgt von EMI mit 13,4 Prozent. Sony
Music fällt auf Platz drei mit 13,2 Prozent. Warner Music legte auf
12,7 Prozent zu. BMG legte auf 11,9 Prozent zu.
"The Recording Industry In Numbers"Ende des Piraterie-Blues
Doch scheint ein Ende des Piraterie-Blues in Aussicht.
Denn bereits im Juli dieses Jahres stellte die IFPI zufrieden fest, dass die weltweite Musikpiraterie dank verstärkter Polizeiaktionen nicht mehr so stark zunimmt wie noch in den vergangenen Jahren.
Auch konnte die deutsche Musikindustrie im Halbjahr 2004 erstmals die Absatzverluste drastisch eindämmen.
Es wurden 55,1 Millionen CDs verkauft und damit nur 1,4 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.
"Licht am Ende des Tunnels"
"Wir sehen Licht am Ende des Tunnels und erwarten die Trendwende
spätestens für 2006. Wenn sie schon 2005 kommt, tut das der ganzen
Branche gut."
Musikpiraterie wächst langsamer
Deutsche Musikindustrie bremst Talfahrt
