Filesharing vor dem Sprung aufs Handy
Musik, Videos und Spiele könnten schon bald auch zwischen Mobiltelefonen über ein Filesharing-Netzwerk getauscht werden.
Am Nokia Research Center in Budapest hat man das aus dem Internet bekannte Peer-to-peer-Schema [P2P] für Mobiltelefone adaptiert und am Modell 6600 getestet.
Das Prototyp-Netzwerk kann zum Tausch von Bildern und Texten genutzt werden. Doch künftige Versionen des mobilen P2P-Netzes werden auch den Tausch von MP3s ermöglichen.
"Da man mit den aktuellen Handys Fotos schießen und kurze Videos machen kann, denken wir in erster Linie an diese Art von Inhalten", so Lorant Farkas vom Nokia Research Center.
Definition
Rechner in einem P2P-Netzwerk fungieren sowohl als Client als
auch als Server und kommen daher ohne zentralen Server aus. Die User
können so untereinander Dateien austauschen. Das Prinzip ist durch
Plattformen wie KaZaA populär geworden.
Wikipedia zu Peer to peerDeterministische Ringstruktur
Nokias System arbeitet auf Handys mit GPRS-Funktion. Die niedrige Bandbreite, noch recht schwache Prozessor-Power, der geringe Speicherplatz und die Akkulaufzeit der aktuellen Mobiltelefone stellten die Forscher vor besondere Herausforderungen.
Gemeinsam mit der Budapester Universität für Technik und Wirtschaft entwickelten die Wissenschaftler eine Mobilfunk-Netzwerk-Simulation, um die Funktionsweisen von verschiedenen P2P-Arten wie dem "parallel index clustering" zu testen.
Schließlich wurde die komplexe deterministische Ringstruktur als idealer Ansatz gewählt. Diese vereint schnelle Suche mit Netzwerk-Belastbarkeit.
P2P auch für Telefonie
Seit kurzem wird die P2P-Technologie auch für die
Internet-Telefonie [VoIP] genutzt. Mit dem "Skype"-Dienst ist das
Telefonieren von PC zu PC und ins Festnetz in erstaunlicher Qualität
möglich.
Mit "Skype" ins Festnetz telefonierenKein weiterer Boom zu erwarten
Doch selbst mit einer praktikablen Netzwerkstruktur wird das mobile Filesharing wohl nie die Dimensionen des Internet-Pendents erreichen.
Das Haupthindernis ist dabei weniger technischer als rechtlicher Natur.
So ist der Druck der Unterhaltungsindustrie enorm gewachsen und die Netzbetreiber kontrollieren schon traditionellerweise genau, was heruntergeladen werden kann, da sie nichts vom lukrativen Mobile-Content-Markt verschenken wollen.
