Heißes Match um den Online-Musikmarkt
Im Match um den Online-Musikmarkt gab es am Mittwoch einen neuen, wichtigen Zug. Yahoo gab die bevorstehende Übernahme des netzbasierten Musikdienstes Musicmatch bekannt.
Mit 160 Millionen Dollar [130 Mio. Euro] in bar ging eine doch bedeutende Summe über den virtuellen Ladentisch. Damit sei alles abgerundet, was Yahoo bisher in Sachen Musikdienst unternommen habe, sagte der General Manager des Yahoo Music Store, Dave Goldberg. Er fügte hinzu: "Wir werden den Benutzern alle Möglichkeiten bieten, mit digitaler Musik so umzugehen, wie sie wollen."
Gemünzt war das auf Marktführer Apple - im Moment noch 70 Prozent aller legalen Musik-Downloads -, der ausschließlich das proprietäre AAC-Format anbietet, das nur auf Apples iPod läuft.
Der neue Rivale Microsoft geht den Markt nicht ganz überraschend in seiner vollen Breite an. Das MS-Musikservice wird mit einer ganzen Palette von digitalen Musik-Playern verschiedener Hersteller kompatibel sein.
Das Angriffsmotto Microsofts: "Plays for sure".Die Features von Musicmatch
Musikmatch verfügt über Features, mit denen Yahoo Music bis jetzt in der Tat nicht dienen kann. Der Dienst besteht im wesentlichen aus einem Online-Radio, das gratis angeboten wird.
Zum Einzelverkauf um 99 US-Cent pro Lied bietet Musicmatch auch eine Monatspauschale an. Für acht Dollar kann eine unbegrenzte Zahl von Songs aus der 700.000 Titel umfassenden Datenbank via Netz gehört werden. Rund um die Uhr und auf jedem Rechner, der mit dem Internet verbunden ist. 225.000 Kunden nutzen bereits diesen Abo-Dienst.
Der in den USA populäre Musikplayer Jukebox 9.0 von Musicmatch spielt nicht nur Musikdateien, sondern brennt auch, rippt und unterstützt beim Drucken von CD-Label und Cover.
Apples Verfolger RealNetworks hat die Inkompabilität von Apples Digital-Rights-Management-System "Fairplay" auf eigene Art gelöst. Mittels Reverse Engineering wurde die Real-Software Harmony an Fairplay angepasst.
Seitdem ist der iPod auch für Songs aus Reals Musik-Shop offen. Mit einer Halbpreis-Aktion, bei der Songs um 49 US-Cent verkauft wurden, schlug Real auch gleich Kapital daraus.
Reals Halbpreisaktion
