14.09.2004

ANTI-SPAM

"Sender ID" wird nicht zum Standard

Microsoft hat mit seiner neuen Technologie zur Spam-Bekämpfung, "Sender ID", kein leichtes Spiel. Das Verfahren zur Identifizierung von Mail-Absendern stößt vor allem in der Open-Source-Szene auf breite Ablehnung.

Nachdem bereits die Apache Foundation und der Linux-Distributor Debian ihre Unterstützung wegen Micrososfts Lizenzierungsbedingungen verweigert haben, hat nun auch eine Arbeitsgruppe der Internet Engineering Taskforce [IETF] die möglichen Patent-Ansprüche des Softwareherstellers als inakzeptabel bezeichnet.

Die Mitglieder der MARID-Arbeitsgruppe trafen diese Entscheidung bei einer Abstimmung, bei der sich jedoch ein großer Teil der Mitglieder der Stimme enthielt.

Undurchsichtige Patentansprüche

Die Standardisierungsgruppe befürchtet, dass Microsoft patentrechtlich geschützte Technologien einsetzt und somit den erwünschten offenen Internet-Standard einer Sender-Identifizierung gefährdet.

Die Ablehnung beziehe sich jedoch ausschließlich auf die Frage der Verwendung der Sender ID in den grundlegenden Internet-Protokollen.

Nicht fallen gelassen wird hingegen Microsofts Vorschlag einer "Purported Responsible Address" [PRA]. Diese Technologie soll parallel mit dem beim Sender Policy Framework vorgesehenen "mailfrom" existieren.

Microsoft gibt keine Auskunft

Solange Microsoft jedoch keine konkreten Angaben zu seinen Patentansprüchen macht, wird nicht weiter über ein Hybrid-Modell diskutiert.