Mehr mobile Telefonzellen für Bangladesch
Während in Europa das Handy längst zum Alltag gehört, müssen die Menschen in ärmeren Ländern meist einen langen Fußmarsch auf sich nehmen, um einen Anruf zu tätigen.
Im ländlichen Bereich ist oft auch garkein Kommunikationsmittel in Reichweite.
In Bangladesch hat die für ihr soziales Engagement bekannte Grameen-Bank ihr "Village Phone"- Programm ausgeweitet, das Mittellosen eine Einkommensquelle erschließen soll.
Sie vergibt Handys auf Kredit an Bettler, damit diese als wandelnde Telefonzellen Geld verdienen können.
Projekt "Village Phone"
Das "Village-Phone"-Programm startete 1997 als ein Pilotprojekt
in 30 Dörfern und expandiert seitdem in erstaunlichem Tempo.
Ursprünglich wurden nur an Frauen Telefone vergeben, die so einen
Verdienst und mehr soziale Achtung im Dorf erhielten.
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Bangladesch hat, bei einer Bevölkerungszahl von 135 Millionen Menschen, eine der niedrigsten Telefon-Versorgungsraten weltweit.
Auf zweihundert Menschen kommt ein Festnetzanschluss, wobei rund 80 Prozent der Bevölkerung in Dörfern lebt die überhaupt keine Anbindung an das Telefonfestnetz haben.
Auch die Mobilfunkpenetration liegt bei bei erst rund 1,075 Millionen.
Die Teilnehmer des Grameen-Programms agieren als mobile Anbieter auf der Straße, die ihr Telefon im Dorf für ein paar Taka [Währung Bangladeschs; ein Euro entspricht rund 75 Taka] für Gespräche anbieten.
Die Nutzer der fliegenden Mobiltelefon-Anbieter sind vor allem Kleinhändler, die sich über aktuelle Marktpreise für Agrarprodukte in der Stadt informieren wollen, ehe sie selbst ihrer Ware dort verkaufen.
Aber bei medizinischen Notfällen kann so Rat eingeholt oder Hilfe gerufen werden.
Auch mit der Netz-Verbreitung schaut es im ganzen Land schlecht aus. In Bangladesch gibt es zwei Internetprovider, insgesamt haben 204.000 Menschen Zugang zum Internet. 35 Prozent der Bevölkerung leben unter der Armutsgrenze, die Arbeitslosenquote beträgt 40 Prozent.
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Für jeden vermittelten Anruf halten die Bettler, neben der geringen Gebühr des Anrufenden, von der Bank eine bescheidene Gutschrift, die ihnen erlaubt, die Bereitstellungsgebühr für das Telefon schrittweise abzuzahlen.
Diese Gebühr beträgt umgerechnet rund 143 Dollar [117 Euro]. Im bitterarmen Entwicklungsland Bangladesch ist das viel Geld. Das Jahreseinkommen liegt im Durchschnitt bei 300 Euro.
Eingeschlossen in das "Bettler-Programm" ist ein zinsloser Kleinkredit, von dem sich die mobilen Telefonzellen einige Waren für den zusätzlichen Straßenverkauf besorgen können.
