06.09.2004

AFTERMATH

40 Nextra-Mitarbeiter vor Kündigung

Vor rund drei Wochen hat die österreichische Tochter des italienischen Providers Tiscali ihren Besitzer gewechselt, nun zeichnen sich für die Mitarbeiter die ersten Konsequenzen ab: 40 der 82 Beschäftigten wurden beim Arbeitsmarktservice [AMS] zur Kündigung angemeldet.

Wie viele Mitarbeiter wirklich gehen müssen, stehe aber derzeit noch nicht fest, man befinde sich gerade in einer Restrukturierungsphase, betonte die Sprecherin des neuen Tiscali Österreich-Eigentümers Nextra, Corinna Kobetitsch.

Hintergrund für den Verkauf von Tiscali Österreich sind die Sparpläne der Konzernmutter. Demnach will Tiscali Unternehmensteile im Ausmaß von 250 Mio. Euro verkaufen. Im Geschäftskunden-Bereich galten die Italiener als drittstärkster Internet-Anbieter in Österreich. Bis Jahresende soll Tiscali mit Nextra fusioniert werden. Damit überholt Nextra nach eigenen Angaben sogar die bisherige Nummer zwei am heimischen Internet-Markt, die UTA.

Für die meisten Tiscali-Kunden war der Verkauf an Nextra nicht der erste Provider-Wechsel. Tiscali selbst ist in Österreich in den vergangenen Jahren vor allem durch Zukäufe gewachsen. In seinem größten Deal hatte Tiscali Österreich im Vorjahr rund 15.000 Kunden der EUnet [ehemals: KPNQwest] übernommen, davor hatte das Unternehmen unter anderem bereits Planetone, Liberty Surf, surfEU, Line One, Nacamar/World Online, Merlin und Vianet geschluckt.