Ein aufblasbares Weltraumhotel
Wenn, wie vorhergesagt, in naher Zukunft die ersten Touristen in das Weltall fliegen, werden wohl auch die ersten Hotels nicht lange auf sich warten lassen.
Der US-Hotelier Robert Bigelow, der sein Geld mit der Hotelkette "Budget Suites of America" verdient hat, plant an einem schwerelosen Aufenthaltsort für Touristen.
Sein auf 500 Millionen Dollar budgetiertes Projekt basiert auf niemals realisierten Plänen der US-Weltraumbehörde NASA, die mit dem TransHub eine aufblasbare Weltraumstation entwickelt hat.
Bigelows Nautilus Space Station soll dabei mit 330 Kubikmetern bis zu sechs Personen Platz bieten. Derzeit testen Ingenieure gerade die Außenhülle der geplanten Space Station auf Widerstandsfähigkeit gegen Einwirkung von Fremdkörpern sowie die allgemeine Belastbarkeit der Hülle.
Die aufblasbare mehrschichtige Polymer-Hülle ist rund 30 Zentimeter dick und enthält Schicken aus Kevlar, die [wie in schusssicheren Westen] Schutz gegen kleinere Meteoriten und Weltraumschutt bieten soll. [im Bild: NASAs TransHub]
Bigelow AerospaceModulbauweise
Die einzelnen Module könnten entweder als unabhängige Weltraumstationen oder, miteinander verbunden, auch ein größeres Hotel ergeben. Durch eine Produktion in größerer Stückanzahl will Bigelow Rentabilität erzielen und plant seine Nautilus Space Stations auch an andere Anbieter zu verkaufen.
Er selbst sieht sich als Generalunternehmer, der bei Zeiten in das derzeit noch utopisch klingende Projekt Weltraumtourismus einsteigt.
Sollte alles wie geplant laufen, könnte die erste bewohnbare Nautilus Space Station im Jahr 2008 bereits auf Gäste warten. 2005 werden erste Modelle, die ein Drittel der angepeilten Größe haben, im Weltraum getestet werden.
Zwar rüsten derzeit die Teilnehmer im Rennen um den mit zehn Millionen Dollar dotierten "Ansari X Prize" für zwei erfolgreiche Flüge über 100 Kilometer innerhalb von zwei Wochen, doch der private Weltraumflug dürfte trotzdem noch etwas auf sich warten lassen.
Schwieriger Weg ins "private" Weltall12.000 wollen 2020 hoch hinaus
Laut einer Studie der US-Beraterfirma Futron werden 2020 bereits 12.000 Menschen pro Jahr einen Ausflug ins Weltall machen. Auch angesichts der aktuellen Anstrengungen um das Rennen in den Weltall wollen die Analysten von Futron bei ihrer Schätzung bleiben.
Futron befragte für seine Zahlen reiche US-Amerikaner und geht von einem Sinken des Preises für solche Flüge durch den kommenden Wettbewerb von anfänglich 100.000 Dollar auf 50.000 Dollar im Jahr 2021 aus.
