Schwieriger Weg ins "private" Weltall
Das Rennen der privaten Raumschiffe in den Weltall scheint schwieriger als angenommen.
Insgesamt 26 Teams aus sieben Ländern rittern um den mit zehn Millionen Dollar dotierten "Ansari X Prize" für zwei erfolgreiche Flüge über 100 Kilometer innerhalb von zwei Wochen.
Nachdem bekannt geworden war, dass am Sonntag die unbemannte Rakete "Rubikon 1" bereits beim Start explodierte, scheiterte nun auch ein weiterer durchwegs bekannter Teilnehmer.
Am Samstag explodierte eine 1,2 Meter breite Rakete von Armadillo Aerospace, die von "Doom"-Entwickler John Carmack entwickelt wurde, 20 Sekunden nach dem Start in Texas. Einen Tag später erreichte die einen Meter breite Rakete von Space Transport Corporation of Forks 300 Meter, bevor sie explodierte.
Bereits beim Start explodierte ein Triebwerk der sieben Meter langen Rakete "Rubikon 1" von Space Transport Corporation of Forks, berichtete der US-Kabelsender MSNBC. Die Rakete sei zwar noch wenige hundert Meter in die Luft geflogen, aber dann endgültig in alle Einzelteile zerfallen.
Private Testrakete bei Start explodiertAus Fehlern lernen
Carmack zeigte sich ob der Explosion nicht sonderlich entsetzt. Man hoffe immer auf Perfektion, aber das Team sei nicht überrascht, wenn es Abstürze wie den letzten gebe.
Von insgesamt 35 Testflügen seien vier Raketen des Prototyps der "Black Armadillo" spektakulär abgestürzt.
Ein Absturz sei aber kein Totalverlust, auch aus Fehlern könne man lernen und Daten sammeln. "Black Armadillo" stürzte auf Grund von Treibstoffmangel ab, als der Antrieb im Vollgas-Betrieb getestet wurde. Offenbar hatte sich ein Teil des Motors gelöst und ließ Treibstoff austreten.
Carmack sagte, dass man wegen des Absturzs nun auf eine Landung mittels Fallschirm verzichten werde, der die Rakete bis zu 100 Kilometer vom Kurs abbringen könnte.
Der Absturz dürfte das Team allerdings nicht nur 35.000 Dollar kosten, sondern auch die weitere Teilnahme am Ansari-X-Preis. Der Bau einer neuen Rakete dauert sechs Wochen und zusammen mit den Schwierigkeiten, einen neuen Starplatz zu finden, schmälere das die Chancen des Teams, rechtzeitig die Anforderungen zu erfüllen, so Carmack. Er sei froh, dass sich "Doom 3" so gut verkaufe.
Neuer Anlauf für "SpaceShipOne"Carmack und sein Team haben als Maskottchen ein Gürteltier [siehe oben] auserkoren.
Der Bericht über den AbsturzTeams wollen weitermachen
Carmack geht davon aus, dass das Team von Scaled Compositions rund um Raumfahrtlegende Burt Rutan und den Milliardär und Microsoft-Mitbegründer Paul Allen den Ansari-Preis gewinnt.
Beide Teams wollen aber trotz der nunmehr geringeren Chancen weitermachen. Eric Meier von Space Transportation Corporation will innerhalb der nächsten zwei Monate ebenfalls um rund 20.000 Dollar eine neue Rakete bauen. "Es ist nicht vorbei, bevor es nicht zu Ende ist", meint Meier.
Aber sein Ziel sei ohnedies nicht der "Ansari X Prize", sondern die weitaus einträglichere Zukunftsvision von Weltraumtouristen, die ins All wollen, so Meiter weiter.
Space Transport CorporationDer nächste Starttermin für "SpaceShipOne" ist der 29. September. Das kanadische "Da Vinci Project Team" will sein Raketenflugzeug "Wild Fire Mark VI" am 2. Oktober starten.
Zweiter Privat-Raumflieger drängt ins All
