29.08.2004

DEUTSCHLAND

Maut-System erfolgreich getestet

Das Mautkonsortium Toll Collect hat nach eigenen Angaben einen erfolgreichen Massentest zur Erfassung der vom kommenden Jahr an geplanten Lkw-Maut durchgeführt.

"Die wenigen Fehler, die während des 24-stündigen Dauerbetriebs aufgetreten sind, sind entweder bereits beseitigt oder auf einmalige äußere Ursachen zurückzuführen", sagte der Toll Collect-Geschäftsführer Christoph Bellmer dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" vom Montag.

Die Ausfallquote des Systems habe bei drei Prozent gelegen. Das sei für einen Test ein äußerst erfreuliches Ergebnis. Nach dem Bericht des Magazins seien in den 24 Stunden 820.000 Datensätze verarbeitet worden, die an den Toll Collect-Terminals in über 450 Tankstellen von rund 850 Mitarbeitern eingegeben worden seien.

Lieferverzögerung bei Erfassungsgeräten

Noch vor zwei Wochen hatte der Bundesverband Güterkraftverkehr, Logistik und Entsorgung den Start der Lkw-Maut zum Jahresbeginn 2005 wegen technischer Probleme mit den Bordcomputern für nicht möglich gehalten. Beim Maut-Konsortium Toll Collect gebe es Lieferverzögerungen bei den elektronischen Erfassungsgeräten, von denen bislang erst 20.000 eingebaut seien. Bis zum Jahresende müssten aber 500.000 Geräte eingebaut sein.

Zudem funktionierten die Bordcomputer nur mit einem zusätzlichen Impulsgeber, der zurzeit nicht lieferbar sei, hatte es geheißen. Die Deutsche Telekom führt zusammen mit DaimlerChrysler das Maut-Konsortium an.

Die Maut für schwere Lkw sollte ab Ende August 2003 erhoben werden. Wegen technischer Mängel wurde der Starttermin mehrfach verschoben auf nun Anfang 2005. Der Bund will vom Maut-Konsortium Schadenersatz in Milliardenhöhe fordern. Mit der Maut will der Bund jährlich gut zwei Milliarden Euro einnehmen. Das Konsortium erhält rund 600 Millionen Euro im Jahr.