19.08.2004

CONVENTION 04

Leipziger Spiele-Messe auf Rekordjagd

Europas größte Messe für Computer- und Videospiele, die "GC Games Convention" in Leipzig, will in diesem Jahr mit neuen Rekorden aufwarten

In ihrer dritten Auflage präsentiert sich die Messe größer als im Jahr zuvor. 270 Aussteller aus 13 Ländern hätten 167 Premieren im Gepäck, davon allein 68 Welt-Erstaufführungen, so der Geschäftsführer der Leipziger Messe, Josef Rahmen.

Die Zahl der Aussteller sei erneut um 30 Prozent gewachsen, die Ausstellungsfläche legte mit 55 000 Quadratmetern um 17 Prozent zu, sagte Projektleiterin Angela Schierholz.

Erstmals seien alle vier Messehallen geöffnet. Von Donnerstag bis Sonntag werden mehr als 100.000 Besucher in Leipzig erwartet.

Kampf gegen Raubkopien

Der Verband der Unterhaltungsindustrie Deutschland [VUD] will die Messe unter anderem dafür nutzen, um weitere Aufklärungsarbeit im Kampf gegen Raubkopien zu leisten.

"Wir wollen deutlich machen, dass das illegale Kopieren eine Straftat ist" sagte VUD-Chef Hermann Achilles. Pro Jahr würden in Deutschland 54 Millionen Datenträger kopiert. "Das sind 54 Millionen Straftaten." Achilles bezifferte den Umsatzverlust für seine Branche allein in Deutschland auf 400 Million Euro.

Deutschland bleibe auf dem internationalen Markt der Spieleentwickler weiterhin abgeschlagen hinter seinen europäischen Nachbarn zurück. Beim Umsatz mit Konsolen liege Deutschland zum Beispiel nach wie vor weit hinter Großbritannien und Frankreich, so Achilles.

Rad neu erfinden

Ein Grund für Deutschlands schlechte Stellung auf dem internationalen Markt sei, dass jeder Entwickler bislang meine, das Rad neu erfinden zu müssen, meinte Tom Putzki, Vorsitzender des Bundesverbandes der deutschen Spieleentwickler "G.A.M.E".

Auf dem internationalen Markt hätten sich deutsche Entwicklungen bislang mit Ausnahme des Spiels "Far Cry" von Crytech, das in den Verkaufscharts in Großbritannien und den USA auf Platz eins stand, nicht durchsetzen können.