Microsoft geht unter die Weblog-Anbieter
Softwarehersteller Microsoft bietet ab nächster Woche Weblogs an.
Am 10. August startet Microsoft in Japan zusammen mit dem japanischen Content-Provider T.O.S die Testphase eines eigenen Blog-Services, der offizielle Launch soll bis Ende des Jahres folgen.
Ob und wann Microsoft Weblogs in Europa bzw. anderswo anbietet, ist vorerst noch nicht entschieden.
Damit versucht Microsoft in eine weitere Domäne des erklärten Rivalen Google zu stoßen, der seit der Übernahme des Softwarehauses Pyra Labs [Betreiber von Blogger.com und Blogspot.com] ebenfalls Weblogs anbietet.
Der Vizepräsident von Microsoft Japan, Susumu Furukawa, glaubt, dass nicht nur Privatpersonen bloggen in Japan vorantreiben werden.
Im Mai hatte Microsoft-Gründer Bill Gates mit seinem Statement aufhorchen lassen, in dem er die tagebuchähnlichen Eintragungen als neuen Weg einer besseren Firmenkommunikation pries.
Gates setzt auf Blogs zur KommunikationVerkauf von Werbung
Ganz im Sinne seines Chefs sieht er Firmenkunden, die ihre interne und externe Kommunikation verbessern wollen, im technikverliebten Japan als treibende Kraft. Derzeit ist Bloggen dort noch nicht sehr populär.
Das Angebot wird kostenlos sein, Einnahmen will Microsoft über den Verkauf von Werbung generieren. Zusätzliche Angebote für die Blogs wie erhöhte Speicherkapazitäten könnten allerdings kostenpflichtig werden.
Magazine könnten bei einer Auflage von 100.000 auch nicht den Break-even-Point erreichen. Microsoft peile daher eine Million Kunden an, um als effektiver Werbeträger erkannt zu werden, sagte Furukawa.
Microsofts Weblog-Angebot wird laut Angaben des Japan-Chefs seiner Internet-Sparte MSN, Yoshie Tsukamoto, sowohl über PC als auch Handys nutzbar sein.
Das sei gerade für Japan, wo fast 90 Prozent aller Handy-User auf ihren Mobilgeräten Zugang zum Internet haben, angemessen.
Microsofts Drang in neue MärkteNeue Einnahmequellen
Der Schritt zeigt, dass Microsoft verstärkt nach neuen Einnahmemöglichkeiten sucht. Der Software-Umsatz wird sich durch die Verzögerung großer Releases wie des Windows-Nachfolgers Longhorn mehr oder weniger auf einem Level einpendeln und ist zudem durch die Erfolge von Linux auf dem Server- und Desktop-Markt bedroht.
Auch Microsofts Suchmaschine, vorsätzlich in Entwicklung als Antwort auf Googles Erfolg, hat in weiterer Folge vielmehr den lukrativen Online-Werbemarkt im Visier.
Nebenher versucht der Hersteller durch verstärkte Aktivitäten bei der IT-Security [SP2 für Windows XP, eigene Virensoftware] sein durch die zahlreichen Virenattacken der letzten Monate angeschlagenes Image aufzupolieren.
