Voice over WLAN als "Killer-Applikation"
Immer mehr Hersteller bieten Handys mit zusätzlichen Chips für Telefonie über WLAN an. Netzbetreiber sehen in der Verbreitung dieser Technologie jedoch eine Gefahr und fürchten Umsatzeinbußen.
Derart ausgestattete Geräte könnten die Tür für Voice over IP endgültig aufstoßen, laut einer Studie von Intel soll Voice over WLAN gar zur "Killer-Applikation" werden.
Diese Variante könnte das GSM-Netz nämlich künftig überall dort ersetzen, wo ein starkes WLAN-Signal vorhanden ist. Mit zunehmender Verbreitung von WLAN-Hotspots wird dieser Trend weiter zunehmen.
Den nächsten Schritt in diese Richtung bedeutet WiMAX [auf Basis des Funknetzstandards 802.16], das eine noch größere Reichweite als WLAN verspricht.
Konkurrenz für UMTS
Während die Mobilfunker ihre teuer ersteigerten UMTS-Lizenzen
endlich auf Touren bringen wollen und dazu sogar über einen
Namenswechsel nachdenken, droht den Betreibern neue Konkurrenz durch
WLAN und VoIP.
Telefonie- und Datennetze verschmelzenGratis-Mobiltelefonie auf lange Sicht
Motorola hat erst kürzlich mit dem "CN 620" ein Handymodell auf den Markt gebracht, das GSM- und WLAN-Technologie kombiniert.
Bis dato haben WLAN-Modelle die Übertragung beendet, wenn sich der Benutzer aus dem Signal-Bereich entfernt hat. Dann musste neu ins GSM-Netz eingewählt werden. Laut Motorola gibt es dieses Problem nicht mehr und die Überstellung ins GSM-Netz erfolgt automatisch.
"Langfristig wird das mobile Telefonieren gar nichts mehr kosten. Die Netzbetreiber werden stattdessen ihr Geld nur mit der Datenübertragung verdienen", so die Schätzung von Intel-Präsident Paul Otellini.
Nach seiner Einschätzung wird das schon im nächsten Jahr durch neue Chips möglich sein, die über die hundertfache Rechenleistung heutiger Prozessoren aus Multimedia-Handys und Smartphones verfügen.
Dual-Handy von NTTDoCoMo
Auch der japanische Mobilfunker DoCoMo hat nun ein 3G-Handy mit
einem zusätzlichen WLAN-Chip für Voice over IP vorgestellt.
Dual-Handy für WLAN und UMTSAuf die Übergänge kommt es an
Diese radikale Umwälzung der Mobilfunkbranche würden laut Abrechnungsspezialisten acoreus diejenigen Mobilfunknetzbetreiber am besten überstehen, die auf nahtlose Übergänge zwischen verschiedenen Funktechniken setzen.
Der französische Netzbetreiber France Telecom etwa hat sich nach eigenen Angaben bereits darauf eingestellt, dass in Zukunft nicht mehr die Technologie im Vordergrund stehen wird, sondern die Qualität der Verbindung, egal ob 3G, WLAN oder andere drahtlose Netze.
