IBM überrascht mit guten Zahlen
Dank einer größeren Technologienachfrage von Unternehmen hat der weltgrößte Computerkonzern IBM seinen Gewinn im zweiten Quartal gesteigert und die Erwartungen an den Märkten übertroffen.
Der Quartalsgewinn betrug zwei Milliarden USD, für das vergangene Quartal stellt dies ein Rekordergebnis dar.
Für das Gesamtjahr bestätigte IBM-Finanzchef Mark Loughridge am Donnerstag nach US-Börsenschluss die durchschnittlichen Schätzungen der Analysten und bekräftigte seine Erwartung, dass die IT-Branche um vier bis fünf Prozent wachsen werde - so viel wie seit 2000 nicht mehr. Der Aktienkurs des Unternehmens zog im nachbörslichen Handel an.
Die Ergebnisse dürften bei Investoren für Erleichterung sorgen, nachdem in den vergangenen Tagen einige große Technologiekonzerne mit gesenkten Prognosen Zweifel an der Nachhaltigkeit der allgemeinen Erholung ausgelöst hatten.
"In die richtige Richtung"
"Die Erholung entwickelt sich weiter langsam, aber in die
richtige Richtung. IBM zeigt das", sagte Rob Schafer von Meta Group.
1. Quartal: IBM übertrifft Erwartungen erneutZwei Mrd. USD Gewinn
Der Nettogewinn stieg im zweiten Quartal auf zwei Milliarden USD oder 1,16 USD je Aktie nach 1,7 Milliarden USD im Vorjahr einschließlich Sonderposten. Analysten hatten einen Gewinn von 1,12 USD je Aktie erwartet.
Damit wies der Konzern das sechste Quartal in Folge schwarze Zahlen aus. Mit einem Umsatz von 23,2 Milliarden USD nach 21,6 Milliarden USD im Vorjahr lag das Unternehmen im Rahmen der Erwartungen. Analysten hatten in Reuters-Befragungen im Durchschnitt einen Umsatz von 23,33 Milliarden geschätzt.
Der Umsatz der Service-Sparte steigerte sich im Berichtsquartal um sieben Prozent auf 11,3 Milliarden USD. Besonders die Zahl der abgeschlossenen Verträge ist eine wichtige Kennziffer, da sie als Indikator für zukünftiges Umsatzwachstum gilt. Nach Verlusten seit dem vierten Quartal 2002 kehrte die Mikorelektronik-Sparte ins Plus zurück und verzeichnete einen Gewinn von 111 Millionen USD.
Hardware-Umsatz zieht stark an
Der Software-Umsatz ging währungsbereinigt um vier Prozent auf
flaue 3,5 Miliarden USD zurück. Mit Computer-Hardware erlöste der
Konzern 7,4 Milliarden USD und damit zwölf Prozent mehr als im
Vergleichszeitraum.
Großangriff auf Microsoft im BüroIntel-Aktien verloren an Wert
IBM-Chef Samuel Palmisano äußerte sich "zuversichtlich über unsere Aussichten, vorwärtszukommen". Loughridge sagte bei einer Telefonkonferenz mit Investoren: "Die Ausgaben unserer Kunden verbessern sich weiter, wenn auch nicht gleichmäßig über alle unsere Segmente und Regionen hinweg."
Aktien des weltgrößten Chip-Herstellers Intel hatten am Mittwoch knapp neun Prozent an Wert verloren, nachdem das Unternehmen am Vorabend seine Bruttogewinnmarge für das laufende Jahr leicht gesenkt und höhere Lagerbestände ausgewiesen hatte. Unter anderen hatten zuvor bereits die Softwarehersteller Siebel, PeopleSoft sowie BMC Software davor gewarnt, dass sie mit ihren Quartalsergebnissen unter den Erwartungen bleiben werden, und ihre Aktienkurse auf Talfahrt geschickt.
