Deutschland erlaubt Werbeblock-Software
Der deutsche TV-Sender RTL ist endgültig mit dem Versuch gescheitert, Software zum Ausblenden von Werbung im Fernsehen gerichtlich verbieten zu lassen.
Der deutsche Bundesgerichtshof [BGH] wies in einem am Freitag in Karlsruhe veröffentlichten Urteil eine entsprechende Klage des Privatsenders zurück.
Damit kann die Firma TC Unterhaltungselektronik AG nach fünfjährigem Rechtsstreit um sein Gerät "Fernseh-Fee" und den Nachfolger "Tivion" auf den Markt.
Dies könnte nach Einschätzung der Branche weitreichende Folgen für das werbefinanzierte Privatfernsehen und die Sehgewohnheiten der Zuschauer haben.
RTL sieht in der technischen Neuerung den "Lebensnerv aller Privatsender" getroffen, da sie sich ausschließlich durch Werbung finanzieren. Der Sender wollte deshalb Produktion und Vertrieb der Software verbieten lassen.
Privat-TV fürchtet Werbeblock-SoftwareFür 99 Euro in den Handel
Ein RTL-Sprecher zeigte sich "verwundert" über das Urteil der Karlsruher Richter. "Wir warten die Entscheidungsgründe ab und behalten uns den Weg zum Bundesverfassungsgericht vor", sagte er.
Mit Hilfe von "Tivion", dem Nachfolger der 1999 entwickelten "Fernseh-Fee", werden lästige Werbeunterbrechungen in Spielfilmen automatisch ausgeblendet. Überdies können laut Hersteller TV-Sendungen auf Festplatte werbefrei aufgezeichnet werden.
TC Unterhaltungselektronik hatte im Vorfeld angekündigt, bei einem postiven Ausgang mit "Tivion" umgehend in Produktion zu gehen und den rund 34 Millionen Haushalten mit angemeldeten TV-Geräten in Deutschland zu einem Preis von 99 Euro anbieten.
