24.06.2004

FERNSEHEN

Privat-TV fürchtet Werbeblock-Software

Im Streit zwischen dem Privatsender RTL und dem Hersteller einer Software zum Ausblenden von Werbung im Fernsehen fällt der deutsche Bundesgerichtshof [BGH] noch heute ein Urteil, das weitreichende Folgen für das werbefinanzierte Fernsehen und die Sehgewohnheiten der Zuschauer haben könnte.

RTL sieht in der technischen Neuerung den "Lebensnerv aller Privatsender" getroffen, da sie sich ausschließlich durch Werbung finanzieren. Der Sender will deshalb Produktion und Vertrieb der Software verbieten lassen.

Mit Hilfe von "Tivion", dem Nachfolger der 1999 entwickelten "Fernseh-Fee", werden lästige Werbeunterbrechungen in Spielfilmen automatisch ausgeblendet.

Für 99 Euro in den Handel

Überdies können laut der Herstellerfirma TC Unterhaltungselektronik TV-Sendungen auf Festplatte werbefrei aufgezeichnet werden.

Der Vereinsamung vor dem TV-Gerät beugt ein eingebautes Mikrofon und ein Webcam-Anschluß vor: Sie sollen Freisprech-Telefonate mit Bild per Internet zum Ortstarif oder kostenlos via Webphone ermöglichen.

Sollte die beklagte Firma vor dem BGH gewinnen, will sie mit "Tivion" umgehend in Produktion gehen und den rund 34 Millionen Haushalten mit angemeldeten TV-Geräten in Deutschland zu einem Preis von 99 Euro anbieten.