Ex-Vivendi Chef Messier festgenommen
Zwei Jahre nach dem Milliarden-Desaster des französisch-amerikanischen Medienkonzerns Vivendi Universal ist der frühere Unternehmenschef Jean-Marie Messier in Paris festgenommen worden.
Die Justiz geht mutmaßlichen Bilanz-Fälschungen nach, die während Messiers Tätigkeit als Vivendi-Chef erfolgt sein sollen.
Das Unternehmen hatte allein 2002 Verluste von 23,3 Milliarden Euro verzeichnet. Mehrere Manager sollen Börsen-Informationen manipuliert haben.
Messier war am 3. Juli 2002 von Vivendi entlassen worden, als das Unternehmen am Rande der Zahlungsunfähigkeit stand. Umstritten sind auch die Abfindungszahlungen, die er sich damals zusichern ließ.
Keine Abfindung für Ex-Vivendi-ChefErmittlungen in der Chef-Etage
Die Ermittler arbeiteten sich in den vergangenen Monaten von der zweithöchsten Führungsebene zu den Top-Verantwortlichen vor.
Ende März wurden gegen den früheren Vize-Schatzmeister von Vivendi, François Blondet und gegen Finanzchef Hubert Dupont-Lhotelain förmliche Ermittlungen eingeleitet.
Untersucht wird einerseits, ob bei einem groß angelegten Aktien-Rückkauf Vivendis nach den Terror-Anschlägen vom 11. September 2001 alles mit rechten Dingen zuging.
Darüber hinaus besteht der Verdacht, dass die Vivendi-Manager den Börsenwert von Tochterunternehmen wie Cegetel, Maroc Télécom und Elektrim wissentlich falsch ansetzten.
