21.06.2004

BILANZ

Ex-Vivendi Chef Messier festgenommen

Zwei Jahre nach dem Milliarden-Desaster des französisch-amerikanischen Medienkonzerns Vivendi Universal ist der frühere Unternehmenschef Jean-Marie Messier in Paris festgenommen worden.

Die Justiz geht mutmaßlichen Bilanz-Fälschungen nach, die während Messiers Tätigkeit als Vivendi-Chef erfolgt sein sollen.

Das Unternehmen hatte allein 2002 Verluste von 23,3 Milliarden Euro verzeichnet. Mehrere Manager sollen Börsen-Informationen manipuliert haben.

Ermittlungen in der Chef-Etage

Die Ermittler arbeiteten sich in den vergangenen Monaten von der zweithöchsten Führungsebene zu den Top-Verantwortlichen vor.

Ende März wurden gegen den früheren Vize-Schatzmeister von Vivendi, François Blondet und gegen Finanzchef Hubert Dupont-Lhotelain förmliche Ermittlungen eingeleitet.

Untersucht wird einerseits, ob bei einem groß angelegten Aktien-Rückkauf Vivendis nach den Terror-Anschlägen vom 11. September 2001 alles mit rechten Dingen zuging.

Darüber hinaus besteht der Verdacht, dass die Vivendi-Manager den Börsenwert von Tochterunternehmen wie Cegetel, Maroc Télécom und Elektrim wissentlich falsch ansetzten.