Analysten prügeln Warner Music
Düstere Zukunftsszenarien für die Branche
Der Musikkonzern Warner Music musste vergangene Woche stellvertretend für die Branche Schelte von US-Finanzanalysten hinnehmen. Richard Greenfield vom Finanzdienstleister Pali Research zeichnete ein düsteres Zukunftsszenario für die Branche. Jessica Cohen von der Investmentbank Merill Lynch stufte die Warner-Aktie von "Neutral" auf "Verkaufen" zurück, berichtete das US-Technologieportal CNet.
"Egal wie viele Leute von der RIAA [US-Musikindustrieverband, Anm.] geklagt werden, egal wie oft die Konzernverantwortlichen auf das Wachstum bei digitalen Musikverkäufen hinweisen, wir glauben, dass eine wachsende Mehrheit der Konsumenten nicht mehr bereit ist, für Musikkonserven zu bezahlen", schrieb der Analyst.
CD-Verkäufe fallen weiter
Für das vierte Quartal 2007 erwartet Greenfield einen Rückgang bei CD-Verkäufen um 22 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal. Das Wachstum bei Musik-Downloads könne die Verlust nicht wettmachen.
Zudem würden viele Musiker den Direktvertrieb über das Internet als Alternative zu den Plattenfirmen nutzen, schrieb Greenfield.
Als Beispiel nannte Greenfield unter anderem die britische Band Radiohead, die ihr jüngstes Album zunächst ohne die Mithilfe eines Labels über ihre Website zum Download anbietet.
Dramatische Umsatzeinbußen
Warner Music stehe in der Branche jedoch vergleichsweise gut dar, urteilte Greenfield. Der Musikkonzern habe die Konkurrenten Universal Music, Sony BMG und EMI in den vergangenen Jahren stets überflügelt.
Für den gesamten Sektor erwartet der Analyst heuer Umsätze von 10,3 Milliarden Dollar. Im Jahr 2000 setzten die Labels im Vergleich dazu noch 14,3 Milliarden Dollar um, gab Greenfield zu bedenken.
Werbefinanzierte Downloads
Er empfahl den Musikkonzernen, künftig auf den werbefinanzierten Vertrieb ihrer Kataloge über das Netz zu setzen und Beschränkungen durch Systeme digitaler Rechteverwaltung [DRM] fallenzulassen.
Er glaube jedoch nicht, dass die großen Labels schon so weit seien. Der Übergang werde sich schmerzlich gestalten, warnte Greenfield.
Die Warner-Aktie, die vor einem Jahr noch für 27,50 Dollar gehandelt wurde, schloss am Dienstag bei einem Wert von 9,50 Dollar. Zuvor erreichte sie am Freitag ihr Allzeittief bei 8,78 Dollar.
(futurezone | CNet)
