14.06.2004

IT-CLUSTER

Tiscali-Chef gewinnt Wahlen in Sardinien

Der Chef des italienischen Providers Tiscali, Renato Soru, feiert sein erfolgreiches Debüt in der politischen Arena.

Soru, der 47-jährige Gründer eines der führenden europäischen Provider, übernimmt mit einer eigenen Mitte-Links-Liste die Führung der Region Sardinien.

Der gebürtige Sarde, von den Medien als "italienischer Bill Gates" bezeichnet, besiegte in seiner Heimatregion den amtierenden Präsidenten Sardiniens, Mauro Pili, der zu den Vertrauensmännern des italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi zählt.

Er selber wählte Sardiniens Hauptstadt Cagliari als Sitz für sein Unternehmen, das einen Marktwert von 1,6 Mrd. Euro aufweist und seit 2001 auch in Österreich präsent ist. Tiscali ist der Name eines Berges auf Sardinien.

Soru betonte, er wolle sich wegen seines politischen Engagements nicht von seinem Unternehmen trennen. "Ich werde das Problem eventueller Interessenskonflikte lösen", versicherte Soru. Die Tiscali-Aktien an der Mailänder Börse reagierten am Montag positiv auf Sorus Wahlerfolg.

Tiscali ist mit insgesamt 7,3 Millionen Kunden zu Europas größtem unabhängigem Internet-Provider avanciert. Rund 15 bis 20 Prozent aller Internet-Benützer in Europa, so schätzt Soru, gelangen über Tiscali ins Datennetz. Im vergangenen Mai übernahm Tiscali Österreich den heimischen Provider EUnet.