Tiscali-Chef tritt gegen Berlusconi an
Der Chef des italienischen Telekom-Riesen Tiscali, Renato Soru, begibt sich in die politische Arena.
Soru, der 47-jährige Gründer einer der führenden europäischen Provider, will mit einer eigenen Mitte-Links-Liste die Führung der Region Sardinien übernehmen.
Der gebürtige Sarde startete dieser Tage seine Wahlkampagne für die Regionalwahlen in Sardinien, die am 12. und 13. Juni stattfinden. Soru tritt mit einer Liste an, in der mehrheitlich Frauen vertreten sind - für die italienische Politik eher ungewöhnlich.
Berlusconi-Vertrauter herausgefordert
Er fordert in seiner Heimatregion den amtierenden Präsidenten
Sardiniens, Mauro Pili, heraus, der zu den Vertrauensmännern des
italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi zählt.
Tiscali-Gründer ernennt neuen ChefSorus Ziel ist es, Sardinien von einer der ärmsten Regionen Europas, die hauptsächlich vom Tourismus lebt, zu einem der fortschrittlichsten Gebiete im Telekommunikationsbereich umzuwandeln.
Er selber wählte Sardiniens Hauptstadt Cagliari als Sitz für sein Unternehmen, das einen Marktwert von 1,6 Mrd. Euro aufweist und seit 2001 auch in Österreich präsent ist.
"Soru hat diplomatisches Geschick und klare Strategien", bewerten sardische Medien seine Ambitionen. Laut Umfragen gilt er als Favorit im Wahlkampf. Ihm werden 45 Prozent der Stimmen eingeräumt, seinem Rivalen nur 23 Prozent.
